Gewinneinbruch Eon kassiert Prognose

Deutschlands größter Energiekonzern Eon hat im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Nicht nur die Atomwende belastete den Energieversorger, auch ein Einbruch im Gasgeschäft verhagelte die Bilanz. Eon-Chef Johannes Teyssen reduzierte daher seine Prognose für 2011.
Alternative Stromerzeugung von Eon: Vorsteuerergebnis fällt insgesamt um 28 Prozent

Alternative Stromerzeugung von Eon: Vorsteuerergebnis fällt insgesamt um 28 Prozent

Foto: ddp

Düsseldorf - Eon-Chef Johannes Teyssen hat die Gewinnprognose für 2011 nach unten korrigiert. Der größte deutsche Energiekonzern erwartet nun noch einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 10,7 bis 11,4 Milliarden Euro und einen bereinigten Überschuss von 3,0 bis 3,7 Milliarden Euro.

Zuvor hatte Eon ein bereinigtes Ebitda zwischen 11,2 und 11,9 Milliarden Euro und einen bereinigten Überschuss von 3,3 bis 4,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der Konzern begründete die Korrektur im Wesentlichen mit dem im April abgeschlossenen Verkauf des britischen Stromnetzbetreibers Central Networks. Erwartete Belastungen aus einem möglichen früheren Ende deutscher Atomkraftwerke seien nicht der Grund für die Anpassung gewesen, hieß es.

Insgesamt fiel das bereinigte Ebitda um 23 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Der bereinigte Überschuss ging um 34 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem bereinigten Ebitda von 3,52 Milliarden Euro gerechnet und den bereinigten Überschuss auf 1,34 Milliarden Euro taxiert. Der Umsatz kletterte um 8 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro. Analysten hatten bei allen Kennziffern bis auf den Umsatz mehr erwartet.

Gewinneinbruch in der Gassparte

Verantwortlich für den Gewinneinbruch ist vor allem die Gassparte. Die unter hohen Einkaufs- und niedrigen Verkaufspreisen leidende Sparte Global Gas fuhr von Januar bis Ende März nur noch ein bereinigtes Ebidta von 140 Millionen Euro nach 810 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ein.

Hintergrund ist ein Überangebot an Gas auf dem Weltmarkt bei gleichzeitiger Bindung der Lieferverträge von Eon an den Ölpreis. Dadurch musste das Unternehmen Gas teurer einkaufen als es an den kurzfristigen Spotmärkten gehandelt wurde. Zudem verringerte sich auch der Gewinn im Stromhandel. Hier habe die Wirtschaftskrise nachgewirkt, hieß es.

Eon erwägt Klage gegen Brennelementesteuer

Der Stillstand von Atomkraftwerken belastete Eon zufolge ebenfalls das Ergebnis. Der Konzern produziert fast die Hälfte seines Stroms in Deutschland mit Kernkraftwerken. Im Zuge des Atommoratoriums musste Eon seine Meiler Unterweser und Isar 1 abschalten.

Sollten die Atomkraftwerke auf Dauer vom Netz gehen, könnten Teyssens Gewinnprognosen Makulatur sein. Der Konkurrent RWE, der am Donnerstag seine Zahlen vorlegt, will seine Mittelfristziele überprüfen. Der Karlsruher Versorger EnBW hat seine Prognose bereits zurückgenommen und im ersten Quartal einen Gewinneinbruch erlitten.

Teyssen machte deutlich, notfalls gegen die Brennelementesteuer zu klagen, die nach seinen Angaben jährlich zu Belastungen von 800 Millionen Euro führen würde. Sollte die Laufzeitverlängerung aufgehoben werden, wäre die Atomsteuer wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. "Käme es nicht zu der gebotenen politischen Korrektur, dann würden wir die Interessen unseres Unternehmens rechtlich wahren müssen", kündigte der Manager an.

mg/rtr/dpa-afx
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