Montag, 23. September 2019

Versorger Eon will sich Atomausstieg nicht in den Weg stellen

Eon-Chef Teyssen (Mitte, mit Kanzlerin Merkel und RWE-Chef Grossmann im Atomkraftwerk Lingen): "Man kann nicht zur Tagesordnung übergehen"
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Eon-Chef Teyssen (Mitte, mit Kanzlerin Merkel und RWE-Chef Grossmann im Atomkraftwerk Lingen): "Man kann nicht zur Tagesordnung übergehen"

Der Energieversorger Eon will sich einer grundsätzlichen Überprüfung der Atomenergie in Deutschland nicht versperren. "Es reicht nicht, zu sagen, in Deutschland werden wir keine Tsunamis haben", sagte Konzernchef Johannes Teyssen vor Eröffnung der Industriemesse in Hannover.

Hannover - "Fukushima ist ein dramatisches Ereignis. Man kann - nachdem erstmals ein Kernkraftwerk an Naturkräften gescheitert ist - nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen am Sonntag bei einer Veranstaltung im Vorfeld der Hannover-Messe.

"Es reicht auch nicht, zu sagen, in Deutschland werden wir keine Tsunamis haben", fügte der Eon-Chef hinzu. Dies wäre eine "eine unsinnige, zu kurz greifende Einlassung".

Teyssen sprach sich dafür aus, Notstromsysteme und die Kühlung von Atomkraftwerken zu kontrollieren. "Man muss sich alles anschauen." Dazu gehöre auch die Frage, wieviel man bereit wäre, in zusätzliche Sicherheit zu investieren. Das Ergebnis einer solchen Diskussion könne sein, "bestimmte Anlagen nicht mehr zu betreiben", sagte der Eon-Chef.

Eon und Vattenfall haben sich der Klage von RWE nicht angeschlossen

Er schloss nicht aus, dass am Ende auch eine grundsätzliche Entscheidung steht, sich aus einer bestimmten Technik zu verabschieden. Dann stelle sich allerdings die Frage, was man mit den in der Vergangenheit getätigten Investitionen geschehen solle. Eon Börsen-Chart zeigen und Vattenfall haben sich nicht einer Klage des Rivalen RWE gegen die von der Politik verordnete Abschaltung alter Atomkraftwerke angeschlossen.

Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat die Bundesregierung die sieben ältesten deutschen Reaktoren zunächst für drei Monate vom Netz nehmen lassen. In dieser Zeit sollen alle deutschen Kernkraftwerke einer neuen Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.

Kanzlerin Angela Merkel sollte Abend die weltgrößte Industriemesse in Hannover eröffnen. Im Mittelpunkt steht der effiziente Energie- und Ressourceneinsatz in der Produktion und die Industrieautomation. Nach der Katastrophe in Japan dürfte jedoch die Debatte über den Atomausstieg die Gespräche an vielen Messeständen beherrschen.

la/reuters

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