BP/Rosneft Rückschlag für Milliardengeschäft

Die geplante Partnerschaft zwischen BP und dem größten russischen Ölkonzern Rosneft stockt. Ein Schiedsgericht blockierte die Pläne der Konzerne für die gemeinsame Ölförderung in der Arktis und einen Aktientausch. Damit setzte sich das klagende russische Konsortium AAR durch.
Ölpipeline in der Arktis: Große Vorkommen unter dem ewigen Eis vermutet

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Foto: BP

Stockholm - Der britische Ölriese BP hat einen Rückschlag für sein milliardenschweres Joint Venture mit dem russischen Rosneft-Konzern erlitten. Beide Unternehmen planten die gemeinsame Ölförderung in der Arktis sowie einen milliardenschweren Aktientausch.

Jetzt aber hat ein Schiedsgericht in Stockholm geurteilte, dass die einstweilige Verfügung des BP- und Rosneft-Konkurrenten AAR sowohl gegen den Aktientausch von BP und Rosneft, als auch deren Zusammenarbeit bei der Ölförderung im Nordpolarmeer weiter Bestand habe. Das teilte BP am Donnerstag in London mit. Man werde nun versuchen, den Aktientausch einzeln voranzutreiben.

In Moskau sagte der Sprecher von Regierungschef Wladimir Putin, Russland sei über das Urteil informiert worden. "Wir müssen aber erst die Details studieren", sagte Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax.

AAR hält die Hälfte am russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP und ist gegen die Überkreuzbeteiligung. Das Konsortium argumentiert, dies verletze eine Eignervereinbarung, wonach TNK-BP das "bevorzugte Instrument" für alle Tätigkeiten von BP in Russland sei. AAR hatte vor der Entscheidung bereits eine einstweilige Verfügung gegen die Allianz von BP und Rosneft erwirkt. BP kündigte an, den Aktientausch einzeln voranzutreiben zu wollen.

Mit dem Rosneft-Deal wollte sich BP Zugriff auf lukrative Fördermöglichkeiten in der Arktis sichern. Experten zufolge befinden sich dort rund ein Fünftel der weltweiten bislang unentdeckten Ölvorkommen.

kst/dpa-afx/rtr
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