Schulden Eon will vier Milliarden Euro zurückzahlen

Der Energiekonzern Eon hat seinen Kreditgebern das Angebot unterbreitet, bis zu vier Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen. Ob sie darauf eingehen, ist ungewiss, denn Eon möchte sich einen erheblichen Zinsvorteil sichern.

Düsseldorf - Eon hole derzeit von Investoren Angebote zum Rückkauf mehrerer Bonds ein, sagte ein Sprecher des Energieversorgers am Dienstag. Dem Unternehmen zufolge handelt es sich um eine Schuldverschreibung im Volumen von 1,75 Milliarden Euro mit Fälligkeit 2012 und zwei weiteren im Wert von insgesamt 2,25 Milliarden Euro, die 2013 ablaufen.

Eon  zahlt für die zwischen 2007 und 2009 ausgegebenen Titel Zinsen zwischen 4,125 und 5,125 Prozent. Das Zinsniveau ist derzeit niedriger, weshalb Eon mit dem vorzeitigen Rückkauf Kosten senken könnte, selbst wenn der Konzern parallel neue Bonds ausgeben würde. Zudem kann so die Fälligkeit gestreckt werden.

Der Rückkaufspreis der Anleihen liegt derzeit über dem Ausgabepreis. Wie auch die "Financial Times Deutschland" berichtet hatte, will der Konzern am 31. Januar entscheiden, ob und zu welchen Konditionen die Anleihen zurückgekauft werden.

Sollten die erste Offerten erfolgreich sein, könnte Eon auch Angebote an die Inhaber dreier weiterer Anleihen vorlegen, sagte der Sprecher. Diese sind 2014 fällig. Dabei handelt es sich um eine Anleihe im Nennwert von 2,75 Milliarden Euro und eine weitere im Volumen von 350 Millionen Britischen Pfund. Für diese Papiere zahlt Eon derzeit zwischen 4,875 und 5,25 Prozent Zinsen.

Nach einer Einkaufstour in Südeuropa, Skandinavien und Russland drücken den Versorger Nettoschulden von 45 Milliarden Euro. Eon-Chef Johannes Teyssen hatte Anfang November angekündigt, bis Ende 2013 Beteiligungen im Wert von 15 Milliarden Euro abstoßen und damit auch die Verschuldung senken zu wollen.

Für 3,4 Milliarden Euro versilberte Eon wenige Wochen später seine verbliebene Beteiligung am russischen Gazprom-Konzern. Der Buchgewinn lag bei 2,5 Milliarden Euro. Kurz vor Weihnachten verkaufte Eon dann für 255 Millionen Euro seine italienische Gasnetztochter.

mg/rtr
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