Samstag, 7. Dezember 2019

Ölbohrungen in der Tiefsee USA verzichten auf Umweltprüfung

Bald wieder aktiv: Ölbohrinsel des australischen Konzerns BHP Billiton im Golf von Mexiko
AP/ BHP Billiton
Bald wieder aktiv: Ölbohrinsel des australischen Konzerns BHP Billiton im Golf von Mexiko

Erstmals nach dem Ende der Ölpest soll im Golf von Mexiko wieder im großen Stil nach Öl gebohrt werden dürfen. Die US-Regierung senkt die Hürden für Unternehmen, deren Bohrungen im vergangenen Jahr gestoppt wurden.

Washington - Die US-Regierung wolle für 13 Unternehmen den Weg frei machen, ihre Bohrungen fortzusetzen, die im zurückliegenden Frühjahr wegen der Umweltkatastrophe gestoppt werden mussten, teilte das Innenministerium in Washington am Montag mit. Die Behörde verzichte darauf, die bereits laufenden Projekte erneut auf ihre Umweltverträglichkeit hin zu prüfen.

"Für die Unternehmen, die vor dem Bohrstopp mitten im Betrieb waren, ist dies ein wichtiger Schritt zu einer Wiederaufnahme ihrer erlaubten Aktivität", sagte Michael Bromwich, Leiter des Bureau of Ocean Energy Management, Regulation and Enforcement. Die Regierung weicht damit ihr Versprechen auf, alle Ölbohrungen einer strengen Prüfung zu unterziehen, bevor wieder eine Erlaubnis erteilt wird. Die betroffenen Konzerne, deren milliardenschwere Investitionen blockiert sind, werben seit langem für eine Lockerung der Auflagen. Laut einem Regierungsbericht hat der Bohrstopp die Golfregion zeitweise rund zehntausend Arbeitsplätze gekostet.

Damit sind aber noch nicht alle Hürden für die Fortsetzung der Bohrungen abgebaut. Die 13 Unternehmen, zu denen neben anderen Shell Börsen-Chart zeigen und Chevron Börsen-Chart zeigen gehören, müssen zunächst noch belegen, dass sie die strengeren Sicherheitsvorschriften erfüllen, die nach der Explosion der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im April eingeführt wurden. Bei der größten Umweltkatastrophe in der US-Geschichte waren 780 Millionen Liter Rohöl ins Wasser ausgetreten und elf Arbeiter gestorben.

Die Ölpreise sind am Dienstag wieder gesunken. Ein Fass (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Februar kostete im frühen Handel 91,47 US-Dollar. Das waren acht Cent weniger als am Montag. Zwischenzeitlich war der US-Ölpreis am Montag bis auf 92,58 Dollar gestiegen. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen legte zuletzt leicht um ein Cent auf 94,85 Dollar zu.

ak/dpa-afx

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