Sonntag, 13. Oktober 2019

Schwimmplattform Shell baut gigantische Erdgasförderanlage

Blick auf eine Erdgas- und Erdölförderanlage in der Nordsee vor der norwegischen Küste: Riesenneubau vor Australien geplant

600.000 Tonnen schwer, 3,7 Milliarden Euro teuer: Der niederländisch-britische Energieriese Shell darf vor der Küste Australiens das größte schwimmende Objekt der Welt bauen. Es wird eine Erdgasförderanlage.

Hamburg - Die australische Regierung hat der Shell-Gruppe am Freitag die Erlaubnis gegeben, eine fast 500 Meter lange und 75 Meter breite Plattform zur Erdgasförderung zu bauen. Sie soll in Schiffform vor der Nordwestküste Australiens errichtet werden.

Die Plattform wäre nach Fertigstellung das größte schwimmende Objekt der Welt. Sie soll 3,7 Milliarden Euro kosten und 600.000 Tonnen wiegen. Shell will damit von 2016 an 20 Jahre lang jährlich ungefähr 3,5 Millionen Tonnen Erdgas fördern.

Das australische Umweltministerium erklärte, sehr strenge Bedingungen an das Projekt gestellt zu haben, um die Meeresumwelt zu schützen. Das Förderschiff soll so im Meeresboden verankert werden, dass es selbst schwersten Stürmen standhalten kann.

Shell hat bisher noch keine Förderlizenz, der Konzern erwartet diese nach eigenen Angaben aber im nächsten Jahr. Australien verfügt über große Erdgasvorkommen, deren Wert auf umgerechnet 723 Milliarden Euro geschätzt wird. Das mit der Riesenplattform geförderte Gas soll als Flüssiggas nach Asien geliefert werden, wo die Nachfrage angesichts des Wirtschaftsbooms steigt.

kst/afp

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