Montag, 22. April 2019

Desertec Wüstenstrom-Projekt nimmt Gestalt an

Die ehrgeizigen Pläne deutscher Unternehmen zur Erzeugung sauberer Solarenergie in den Wüsten Afrikas und des Nahen Ostens sollen spätestens ab November Gestalt annehmen. Zwölf Unternehmen haben am Montag eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet: Ziel ist, mit Sonnenkraftwerken bis 2050 rund 15 Prozent des Europäischen Strombedarfs zu decken.

München - Die Initiative soll binnen drei Jahren konkrete Geschäftspläne und Finanzierungskonzepte erarbeiten, wie mit Sonnenkraftwerken in den Wüsten Nordafrikas und des Mittleren Ostens bis 2050 rund 15 Prozent des Europäischen Strombedarfs gedeckt werden können.

Strom aus der Wüste: Siemens, RWE, Eon, die Deutsche Bank und die Münchener Rück sind beim Projekt Desertec dabei
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Strom aus der Wüste: Siemens, RWE, Eon, die Deutsche Bank und die Münchener Rück sind beim Projekt Desertec dabei
Neben der Solarenergie will Desertec dabei auch Windenergie einsetzen. Zudem steht auch die Frage, wie der Strom nach Europa transportiert werden kann, auf der Aufgabenliste der Initiative. Neben Europa sollen außerdem auch die Staaten selbst, in denen die Anlagen errichtet werden, mit dem Solar- und Windstrom versorgt werden.

Zu den Unterzeichnern der Grundsatzvereinbarung gehören Schwergewichte der Finanzbranche wie die Münchener Rück Börsen-Chart zeigen und die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, der Industrie wie Siemens Börsen-Chart zeigen und der Energieerzeuger wie RWE Börsen-Chart zeigen und Eon Börsen-Chart zeigen. Die Gründung der Initiative soll nach der Grundsatzvereinbarung bis spätestens Ende Oktober umgesetzt werden.

Die Initiative ist nicht unumstritten. Kritiker sehen vor allem die Standorte als problematisch an. Sie sorgen sich um politische Instabilität in den Regionen sowie eine mögliche Abhängigkeit Europas von den Staaten, in denen die Anlagen gebaut werden sollen.

Wie die zwölf an dem Projekt "Desertec Industrial Initiative" beteiligten Unternehmen am Montag in München mitteilten, wird bis Ende Oktober eine Planungsgesellschaft mit dem Namen DII gegründet, die sich unter anderem über Fragen der Finanzierung den Kopf zerbrechen soll. "Alle Tätigkeiten der DII sind darauf ausgerichtet, umsetzungsfähige Investitionspläne innerhalb von drei Jahren nach Gründung zu erstellen", heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen.

Ziel der Initiative ist es, in Wüstenregionen künftig 15 Prozent des europäischen Strombedarfs in solarthermischen Kraftwerken zu produzieren. Die Energie soll über Gleichstrom-Hochspannungsnetze nach Europa transportiert werden.

Unklar ist allerdings noch, wo genau Anlagen gebaut werden können. Die Erzeugerländer sollen aber jedem Fall einen erheblichen Teil ihres Strombedarfs aus den neuen Kraftwerken decken können. Auch die Frage der Finanzierung des auf 400 Milliarden Euro geschätzten Projekts ist noch unklar.

manager-magazin.de mit Material von ap

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