Mittwoch, 11. Dezember 2019

Wüstenstrom "Die Solarenergie wird sich rentieren"

4. Teil: "Wir brauchen neue Kohlekraftwerke"

Hipp: Die Kohlekraftwerke, die momentan gebaut werden, brauchen wir tatsächlich. Alles andere wäre unrealistisch.

Atom in der Nachbarschaft: Projekte in anderen Ländern nicht auf dem neuesten Stand
mm.de: Klingt fast wie ein Plädoyer für das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg.

Hipp: Auf keinen Fall. Ein Neubau macht nur Sinn, wenn gleichzeitig ein altes, weniger effizientes Kraftwerk vom Netz geht. Langfristig müssen wir weg von der Kohle.

mm.de: Kohle deckt 43 Prozent des deutschen Strombedarfs. Es dürfte schwer sein, darauf zu verzichten.

Hipp: Wenn die Konzerne vernünftig planen, fahren sie ihre Kraftwerke in den kommenden Jahrzehnten herunter. Wenn sie aber weiter voll auf Kohle setzen, geht es klimatechnisch irgendwann nicht mehr weiter. Dann brauchen wir ein Ausstiegsgesetz.

mm.de: Nach dem Vorbild des Atomausstiegs?

Hipp: Ja. Greenpeace hat ein entsprechendes Gesetz schon entworfen.

mm.de: Deutsche Großkonzerne wollen sich in der kommenden Woche zu einem Konsortium namens ""Desertec"" zusammenschließen. Das Ziel: Solarkraftwerke in der Sahara zu errichten. Welche Rolle spielt der Wüstenstrom in Zukunft?

Hipp: Eine sehr große. Ein Bruchteil der Sahara-Fläche würde genügen, um die gesamte Welt mit Strom zu versorgen.

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