Montag, 9. Dezember 2019

Wüstenstrom "Die Solarenergie wird sich rentieren"

3. Teil: "Irgendwann muss es ein Endlager geben"

Hipp: Von Flensburg bis Passau müssen wir alles durchkämmen. Nach klar definierten Kriterien, ohne politische Einflussnahme.

Pannenkraftwerk Krümmel: Billige Energie nur dank politischer Subventionen
mm.de: Einen Salzstock lehnen Sie ab. Welche geologische Formation soll es dann sein?

Hipp: Ich will mich nicht festlegen, bevor nicht alles erforscht ist. Die Schweizer haben früher auf Granit gesetzt, jetzt favorisieren sie Ton.

mm.de: Ton bedeutet, die Wahl fiele auf Baden-Württemberg.

Hipp: Das kann ich nicht sagen.

mm.de: Aber eines Tages muss man der Bevölkerung in einer bestimmten Region Deutschlands erklären: Euch hat es getroffen, hier wird das Endlager entstehen.

Hipp: Ja, irgendwann muss es ein Endlager geben. Aber dann bitte so sicher wie möglich.

mm.de: Die Kernkraft deckt 23 Prozent des deutschen Strombedarfs. Wie wollen Sie diese Menge ersetzen?

Hipp: Deutschland kann bis 2020 rund 15 Prozent des heutigen Stromverbrauchs einsparen. Ein konsequenter Verzicht auf Stand-by entspricht nach Expertenmeinung allein zwei Atomkraftwerken. Außerdem kann man die Kraftwärmekoppelung stärker nutzen. Und drittens müssen die regenerativen Energien massiv ausgebaut werden.

mm.de: Der Atomausstieg allein funktioniert vielleicht. Aber Sie wollen auch noch raus aus der Kohle.

Hipp: Es wird oft behauptet "die wollen alles gleichzeitig". Dabei ist klar: Aus der Kohle können wir erst 2030 oder 2040 aussteigen. Die Politik hat es jahrzehntelang versäumt, die Energieversorgung umzustellen. Das kann man jetzt nicht von heute auf morgen nachholen.

mm.de: Die Industrie fordert sogar neue Kohlekraftwerke.

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung