Sonntag, 17. November 2019

Wüstenstrom "Die Solarenergie wird sich rentieren"

2. Teil: "Endlager Asse kostet den Steuerzahler 2,4 Milliarden Euro"

Hipp: Die meisten Bauvorhaben hinken den Plänen um Jahre hinterher, dafür schießen die Kosten in die Höhe. In Finnland wurden schon 1,2 Milliarden Euro mehr verbrannt als ursprünglich veranschlagt - und es steht noch immer kein neues Kraftwerk. Die Regierungen unterstützen die Projekte mit gigantischen Summen, ohne Subventionen würde sich ein Atomkraftwerk nie lohnen.

 Roland Hipp , 49, ist Kampagnen- Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland. Der gebürtige Schwabe engagiert sich seit den achtziger Jahren in der Anti- Atom- Bewegung und hat Greenpeace in Süddeutschland mit aufgebaut. Seit 1991 ist er bei der Organisation fest angestellt. Greenpeace gehört zu den größten und aktivsten Umweltgruppen der Welt.
Greenpeace/ Holde Schneider
Roland Hipp, 49, ist Kampagnen- Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland. Der gebürtige Schwabe engagiert sich seit den achtziger Jahren in der Anti- Atom- Bewegung und hat Greenpeace in Süddeutschland mit aufgebaut. Seit 1991 ist er bei der Organisation fest angestellt. Greenpeace gehört zu den größten und aktivsten Umweltgruppen der Welt.
mm.de: Aus Verbrauchersicht hat die Kernenergie einen großen Vorteil: Sie ist billig.

Hipp: Nur, wenn Sie den Preis pro Kilowattstunde betrachten. Wenn Sie die Steuergelder hinzurechnen, die die Atomindustrie verschlingt, sieht das Bild ganz anders aus.

mm.de: Solarstrom kostet 40 Cent pro Kilowattstunde, bei Atomstrom sind es vier Cent.

Hipp: Und was ist mit der Haftpflicht? Wenn man die Atomkraftwerke nach normalen Standards versichern würde, müsste die Kilowattstunde einen Euro kosten. Hinzu kommen die Kosten eines Endlagers. Laut Umweltministerium müssen die Bürger allein für das Atommülllager Asse rund 2,4 Milliarden Euro zahlen.

mm.de: Der Atommüll ist tatsächlich ein Problem. Warum sperren Sie sich gegen das Endlager Gorleben?

Hipp: Das marode Lager Asse ist das beste Argument gegen ein Endlager in einem Salzstock. Die Asse sollte ein paar tausend Jahre halten - nach 40 Jahren war sie undicht.

mm.de: Aktuell liegen die strahlenden Abfälle in oberirdischen Zwischenlagern. Auch nicht gerade sicher…

Hipp: Aber das darf uns nicht zu Kurzschlusshandlungen verleiten nach dem Motto "rein in ein Loch und Erde drauf". Wir brauchen eine sichere Lösung für Hunderttausende von Jahren.

mm.de: Und wie sieht diese Lösung aus?

Hipp: Wir müssen nach einem alternativen Endlager suchen.

mm.de: Was heißt das konkret? Ein Endlager in Baden-Württemberg?

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung