Versorger Kartellamt untersucht hohe Strompreise

Die Stromversorger geraten ins Visier des Bundeskartellamts. Die Behörde verlangt genaue Angaben zu den Produktionskosten der Energieunternehmen und vermutet, dass die Preise überhöht sind.

Düsseldorf - Das Bundeskartellamt hat die Preisgestaltung von 60 Stromunternehmen in Deutschland ins Visier genommen, darunter die der Marktführer Eon  und RWE . Im Blick habe die Behörde dabei die Großhandelsstufe, sagte ein Sprecher am Freitag.

Bei den Unternehmen seien Daten zu den Kosten der Erzeugung und dem Einsatz der Kraftwerke angefragt worden. Die Behörde erwarte bis zum Mai Antworten, die Untersuchung werde mehrere Monate dauern.

Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, müssen die 60 größten Unternehmen der Branche der Behörde bis Anfang Mai in umfangreichen Fragebögen Auskunft über ihre Preispolitik erteilen. Hinter der Untersuchung stehe der Verdacht, dass Konzerne wie RWE, Eon, Vattenfall  oder EnBW  absichtlich Strommengen verknappen, um die Preise an der Leipziger Strombörse EEX und im Großhandel künstlich hoch zu halten. Die Versorger verfügen zusammen über den Großteil des Kraftwerksparks.

"Wir arbeiten im Rahmen der Sektoruntersuchung selbstverständlich konstruktiv mit dem Kartellamt zusammen und stellen alle Unterlagen zur Verfügung", sagte eine Sprecherin von RWE. Der Konzern halte weder Kraftwerkskapazitäten zurück noch manipuliere er den Strompreis.

manager-magazin.de mit Material von reuters und afp

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