Sonntag, 29. März 2020

Energiebranche Kauft Eon in Holland ein?

Der zweitgrößte niederländische Energiekonzern Nuon wird nach Informationen von manager-magazin.de bald einen neuen Mehrheitsaktionär haben. Binnen wenigen Wochen sollen 40 Prozent des Unternehmens verkauft werden. Als aussichtsreichste Kaufkandidaten gelten Dong Energy sowie Vattenfall. Aber auch Eon werden Chancen eingeräumt.

Amsterdam/Düsseldorf - Das zweitgrößte niederländische Energieunternehmen Nuon steht offenbar kurz vor dem Verkauf. Nach Informationen von manager-magazin.de sollen schon im Laufe weniger Wochen erhebliche Anteile des Unternehmens einen neuen Besitzer finden. Der Verkauf markiert das Ende der größeren selbständigen niederländischen Energiewirtschaft.

Vor dem Verkauf: Nuon hat nach Informationen von manager-magazin.de bald einen neuen Mehrheitseigentümer
Nuon Deutschland
Vor dem Verkauf: Nuon hat nach Informationen von manager-magazin.de bald einen neuen Mehrheitseigentümer
Nuon selbst hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, einen strategischen Partner zu suchen. "Wir befinden uns im Verkaufszeitplan", bestätigte Nuon-Sprecherin Mandy Ros manager-magazin.de. "Wann genau der Abschluss kommt, können wir noch nicht sagen." In einem ersten Schritt sollen aber 40 Prozent der Nuon-Anteile verkauft werden, bestätigte Nuon-Sprecherin Ros.

Interesse an der Übernahme des Geschäftes haben anscheinend nicht nur jene skandinavischen Bieter, die sich nach Informationen von manager-magazin.de teils bereits für Essent interessiert haben, den größten niederländischen Energieversorger - die dänische Dong Energy sowie Schwedens Vattenfall-Konzern Börsen-Chart zeigen. Aber auch der Düsseldorfer Eon wird Interesse nachgesagt. Eon Börsen-Chart zeigen selbst wollte nicht Stellung beziehen.

Die Transaktion dürfte ein Volumen von zweieinhalb Milliarden Euro erreichen, schätzen Branchenexperten. Nuon gehört bisher mehrheitlich den niederländischen Provinzen. Größter Einzelaktionär ist die Provinz Geldern. Sie besitzt 44,68 Prozent der Aktien des zweitgrößten Energieversorgers des Landes - und auch Geldern will seine Anteile verkaufen, bestätigten informierte Kreise.

Sobald das Geschäft über die Bühne gegangen ist, droht den Niederländern binnen wenigen Wochen der Totalausverkauf der heimischen Energiebranche: Erst vor wenigen Tagen hat der Essener Energiekonzern RWE Börsen-Chart zeigen mitgeteilt, mit Essent die Nummer Eins des holländischen Marktes für 9,3 Milliarden Euro kaufen zu wollen. Der weitere Zukauf von Nuon durch RWE wäre den Kartellbehörden indes wohl nicht mehr abzuringen gewesen.

Die einst angestrebte rein holländische Fusion zwischen Nuon und Essent zu einem großen niederländischen Energieversorger, der es unter die Top Ten in Europa gebracht hätte, war auch an der dann starken Marktstellung des Gemeinschaftsunternehmens in Holland gescheitert.

Nuon hat derzeit mehr als 2,5 Millionen Kunden in den Niederlanden, Belgien und Deutschland - darunter sowohl Haushalte als auch Unternehmenskunden.

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