Conergy Über den Wolken

Das Unternehmen Conergy hat sich mit Solarenergie einen Namen gemacht. Doch schon lange spielen auch andere Produktbereiche eine große Rolle. Die Zahl der Mitarbeiter steigt enorm - als Erfolgsformel für die Zukunft hat Konzernchef Hans-Martin Rüter die Zahlen "50/50/08" ausgegeben.

Hamburg - Sonnenschein pur zur Hauptversammlung der Conergy AG. Während Vorstand, Aufsichtsrat und Aktionäre des Unternehmens für einige Stunden im Ballsaal des Hamburger Hotels Grand Elysée verschwinden, stellte die Sonne in dieser Zeit die Menge an Energie zur Verfügung, mit der der weltweite Bedarf für ein Jahr gedeckt werden könnte.

Zwar kann bisher nur ein Bruchteil dieser Sonnenkraft aufgefangen und genutzt werden, doch zeigt das enorme Aufkommen, welches Potenzial in den erneuerbaren Energien steckt. Conergy hat das bereits vor Jahren erkannt und nutzt die staatlichen Förderungen für diese Branche gut aus. Das an der Börse im TecDax  gelistete Unternehmen gilt schon lange als renommiert.

Dementsprechend begrüßte Vorstandschef Hans-Martin Rüter die Aktionäre: "Wir sind nicht mehr die Rebellen, sondern ein Hightech-Unternehmen". 1998 hat er Conergy gegründet, die Mitarbeiterzahl stieg rapide an und verdoppelte sich zuletzt auf hohem Niveau erneut innerhalb eines Jahres. Aktuell sind bereits 2100 Menschen für Conergy tätig. "Ende des Jahres rechnen wir mit 2500 Mitarbeitern", so Rüter.

"Das hängt allerdings auch davon ab, zu welchem Zeitpunkt wir in Frankfurt an der Oder weiter einstellen können", sagt Rüter. Stolz ist das Hamburger Unternehmen nämlich auf die Solarmodulfabrik, die derzeit in Brandenburg entsteht. Ursprünglich als Chipfabrik geplant, investiert Conergy 250 Millionen Euro, darunter 40 Millionen Euro staatliche Beihilfen, in den Bau. Bis Mitte 2008 sollen hier rund 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das Unternehmen schaut also seit Jahren immer weit nach vorn, steil sind die Wachstumsraten auch beim Umsatz: Von 530 auf 752 Millionen Euro stieg dieser in 2006. Für das laufende Jahr werden 1250 Millionen Euro erwartet - die Milliardengrenze wird also auf jeden Fall erstmals überschritten. Und langfristig soll dann noch mal ein zusätzlicher Umsatz von einer Milliarde Euro durch die neue Solarfabrik hinzukommen.

Wildes Wachstum ist jedoch nicht erwünscht; für das weitere Vorankommen nennt Rüter eine wohldurchdachte Zahlenkombination: "50/50/08". Hinter dieser verbirgt sich das Ziel, ab dem Jahr 2008 über 50 Prozent des Gesamtumsatzes im Ausland zu erzielen. Hier ist Conergy auf einem guten Weg: 2005 lag der Auslandsumsatz noch bei 14 Prozent, im vergangenen Jahr schon bei 37 Prozent und im ersten Quartal 2007 wurden 49 Prozent erreicht.

Bei dem zweiten Ziel, ebenso mehr als 50 Prozent des Umsatzes mit zur Solarenergie komplementären Produkten zu erreichen, befindet sich das Unternehmen jedoch im Rückstand. Nur ein Viertel des Umsatzes kommt derzeit aus diesen Bereichen. "Die Fotovoltaik wächst im Moment einfach zu stark", so Rüter zu diesem Luxusproblem.

Auch wenn der Gewinn bei Conergy zuletzt wegen der hohen Investitionen unter den Prognosen blieb, dunkle Wolken sind derzeit nicht in Sicht. Am Tag der Hauptversammlung übertrugen sich die sonnigen Aussichten dann auch auf die Aktie  des Unternehmens - das Papier stieg um mehr als 2 Prozent.

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