Ausstieg bei VNG Gazprom fährt Europageschäft weiter zurück

Der russische Konzern Gazprom fährt sein Europageschäft weiter zurück. Das staatlich kontrollierte Unternehmen trennt sich von seinen Anteilen am Leipziger Energieversorger VNG - und begründet das mit fehlenden Einflussmöglichkeiten.
VNG-Zentrale in Leipzig (Archivbild): Wintershall und Gazprom steigen aus

VNG-Zentrale in Leipzig (Archivbild): Wintershall und Gazprom steigen aus

Foto: Jan Woitas/ picture alliance / dpa

Der russische Energiekonzern Gazprom will sich von seinem Anteil am ostdeutschen Gasversorger VNG trennen. Die Entscheidung zum Verkauf sei gefallen, nachdem die BASF-Tochter Wintershall ihre VNG-Beteiligung verkauft habe, teilte Gazprom mit.

Das staatlich kontrollierte Unternehmen hält 10,52 Prozent an VNG, zusammen mit Wintershall kam es auf 26,31 Prozent. Beide Unternehmen hatten damit zusammen eine Sperrminorität. Mit dem Wintershall-Rückzug fehlten Gazprom  fortan die Einflussmöglichkeiten bei der Leitung von VNG begründete der Konzern seine Entscheidung. Die "partnerschaftlichen Beziehungen" mit VNG und Wintershall sollten fortgesetzt werden, teilte Gazprom mit.

Mit dem Rückzug treibt Gazprom auch seine Strategie voran, das Europa-Geschäft zurückzufahren. Hintergrund sind die angespannten Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Regierung in Moskau wegen Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt.

Ende Januar hatte der Gasproduzent schwache Geschäftszahlen vorgelegt. Im dritten Geschäftsquartal musste Gazprom demnach einen Gewinneinbruch von rund zwei Dritteln hinnehmen.

Branchenkreisen zufolge will sich auch der norddeutsche Energiekonzern EWE von VNG trennen. Sein Anteil von knapp 64 Prozent soll demnach um die 1,3 Milliarden Euro wert sein. Darauf basierend könnte Gazproms Anteil rund 200 Millionen Euro kosten.

Russland lieferte im vergangenen Jahr rund 6,3 Milliarden Kubikmeter Gas an VNG - von insgesamt 35,3 Milliarden Kubikmetern Gas, die das Unternehmen verkaufte. Das Unternehmen importiert Erdgas auch aus Norwegen und ist der einzige Großkonzern mit Sitz in Ostdeutschland.

syd/rei/rtr/dpa
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