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Aufsteiger Endlich Ruhe

Ein neuer Chef für Eon
aus manager magazin 8/2002

Heute hier, morgen da - das Unstete seiner Karriere ist Wulf Bernotat (53) selbst unheimlich. In den ersten zwanzig Jahren seiner Laufbahn, bei Shell, absolvierte er zehn verschiedene Jobs: in Deutschland, Portugal, Frankreich und England. "Mal sehen", witzelte Bernotat bei seinem Antritt als Stinnes-Chef im November 1998, "wie lange ich es hier aushalte."

Gut dreieinhalb Jahre, immerhin, stand er dem Traditionshaus nun vor. Jetzt verkauft Mehrheitseigner Eon die Tochter Stinnes an die Bahn. Bernotats nächster Posten verheißt mehr Konstanz. Ab Mai 2003 darf er Eon anführen. Voraussichtlich für zwei Amtszeiten, also zehn Jahre. Falls nichts dazwischenkommt.

Die Beförderung verdankt der Manager erwiesener Tatkraft - und einem subtilen Poker. Eon-Aufsichtsratschef Klaus Liesen (71) hätte seinen Favoriten für das Amt wohl noch ein wenig zappeln lassen. Doch dann wurde Bernotat im Frühjahr 2001 plötzlich von RWE-Chefaufseher Friedel Neuber (67) umworben. Neuber bot ihm an, als Konzernherr zu RWE zu kommen.

Liesen musste handeln; er trug Bernotat den Eon-Job an. Ruhigen Herzens konnte Bernotat verfolgen, wie Eon mit der Bahn um die Details des Stinnes-Deals feilschte.

Ein Handikap hat der neue Eon-Mann: Vom Politklüngel versteht er wenig. Das politische Geschäft aber - die Ministererlaubnis für die Ruhrgas-Übernahme zeigt es - war für Eon stets besonders einträglich. Michael Machatschke

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