Ende des Superjumbos Emirates schlachtet ersten Airbus A380 aus

Recycling statt Revival: Airbus-Großkunde Emirates zerlegt seinen ersten Superjumbo vom Typ A380 - kurz, bevor der letzte geliefert wird. So endet eine Luftfahrtära.
Beginn einer vergangenen Ära: Übergabe des ersten A380 von Airbus an Emirates am 28. Juni 2008 in Hamburg

Beginn einer vergangenen Ära: Übergabe des ersten A380 von Airbus an Emirates am 28. Juni 2008 in Hamburg

Foto: Fabian Bimmer/ AP

Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai hat begonnen, erstmals einen ihrer Superjumbojets vom Typ Airbus A380 auszuschlachten. Die Airline, die lange Zeit für den Aufbau eines globalen Flugnetzwerks mit Knoten am Persischen Golf auf die vierstrahligen Riesenflieger setzte, wendet sich nun kleineren und sparsameren Modellen zu.

Die Ankündigung kam am Montag wenige Wochen, bevor Airbus den letzten bestellten A380 an Emirates ausliefern will. Damit endet eine Ära, in der das zweistöckige Passagierflugzeug die Wachstumspläne der arabischen Fluggesellschaft dominierte.

Emirates teilte mit, Triebwerke, Fahrwerk und Kontrollinstrumente aus dem 13 Jahre alten Jet entnommen zu haben, der seinen ersten kommerziellen Flug von Dubai nach New York im August 2008 absolvierte. Nun würde der A380 zerteilt und in Möbel, Andenken und andere Gegenstände recycelt. Die Verkaufserlöse sollten einer Wohltätigkeitsorganisation der Airline zugute kommen, die benachteiligten Kindern helfe.

"Dies ist eine elegante und passende Stilllegungslösung für dieses ikonische Flugzeug und unserer Flaggschiff", erklärte Emirates-Präsident Tim Clark.

Niedergang schon vor Corona

Ohne einen nennenswerten Gebrauchtmarkt, blieb Emirates wenig anderes übrig, als den weltgrößten Passagierjet auszuschlachten. Airbus hat die Produktion des Flugzeugs 2019 nach zwölf Jahren beendet, nachdem der Hersteller kein wirtschaftlich tragfähiges Auftragsbuch zustande bekam. Emirates war mit 118 bestellten Superjumbos der größte Kunde des A380.

Der Niedergang des Modells vollzog sich schon, bevor die Corona-Pandemie die Luftfahrtbranche in die schwerste Krise ihrer Geschichte trieb. Die meisten Airlinemanager erwarten, dass die Industrie mehrere Jahre brauchen werde, um zum vor der Pandemie erreichten Niveau der Nachfrage zurückzukehren.

Der Airbus A380 erwies sich als beliebt bei Passagieren. Emirates pries das Modell vor allem für die Möglichkeit, eine größere Zahl von Passagieren zwischen den großen Drehkreuzen zu bewegen, an denen die Start- und Landerechte lange knapp waren. Allerdings setzten sich eher kleinere, sparsamere Mittelstreckenflugzeuge wie der Airbus A320neo mit einer größeren Zahl von Direktverbindungen abseits der großen Hubs durch.

Emirates zufolge sollen die Superjumbos weiterhin eine Schlüsselrolle spielen. Die Fluggesellschaft plane, ihre verbliebenen A380 zu verbessern. Dabei werde eine neue Premium Economy Class eingeführt. "Emirates wird über die nächsten zwei Jahrzehnte der größte Betreiber dieses geräumigen und modernen Flugzeugs bleiben", erklärte Clark Anfang September.

Streit mit Boeing

Emirates-Vorstandschef Ahmed bin Saeed Al Maktoum kündigte am Montag für die Mitte November beginnende Luftfahrtmesse in Dubai Problemgespräche mit Airbus' US-Rivalen Boeing an. "Es wird eine Diskussion vor und während der Air Show geben", sagte Al Maktoum mit Blick auf die Verspätung des Langstreckenjets Boeing 777X.

Tim Clark warnte im Oktober vor erheblichen Störungen für den Flugbetrieb, da nicht klar sei, wann die ersten der 126 von Emirates bestellten Boeing 777X ankommen würden. Boeing hatte ursprünglich Juni 2020 als Lieferdatum eingeplant, peilt nun aber Ende 2023 an. Emirates gehört zu den ersten Kunden des zweistrahligen Jets, der auch als Ersatz für den Airbus A380 und die älteren Boeing-Flugzeuge der Typen 747-400 und 777-300 gebraucht wird. Ein Teil der Order könnte in kleinere Boeing 787 Dreamliner umgewandelt werden. 2019 hatten die Araber bereits 24 Boeing 777X abbestellt und dafür 30 Dreamliner geordert.

ak/Reuters
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