Sprachrohr des Präsidenten Elon Musk will Donald Trump zurück auf die Twitter-Bühne holen

Elon Musk plant, nach der Übernahme von Twitter den Account von Donald Trump zu reaktivieren. Damit gibt Musk Trump sein wichtigstes Sprachrohr zurück: Er will die Sperre, die gegen Trump nach dem Sturm auf das Kapitol verhängt wurde, aufheben.
Elon Musk (l.), Donald Trump: Der Tesla-Chef bereitet das Trump-Comeback auf Twitter vor - rechtzeitig vor den nächsten Präsidentschaftswahlen 2024

Elon Musk (l.), Donald Trump: Der Tesla-Chef bereitet das Trump-Comeback auf Twitter vor - rechtzeitig vor den nächsten Präsidentschaftswahlen 2024

Foto: Brendan Smialowski; Nicholas Kamm / AFP

Ex-Präsident Donald Trump kann sich Hoffnungen machen, rechtzeitig zum Rennen ums Weiße Haus 2024 zu Twitter zurückkehren zu können. Techmilliardär Elon Musk, der gerade dabei ist, Twitter zu übernehmen, würde Trump wieder auf die Plattform lassen. »Ich würde das Verbot aufheben«, sagte Musk am Dienstag in einem Videointerview bei einer Veranstaltung der »Financial Times«. Die Entscheidung, Trump zu verbannen, sei »moralisch falsch und einfach nur dumm« gewesen, sagte Musk weiter.

Twitter hatte das Konto Trumps dauerhaft gesperrt, nachdem er Sympathie für seine Anhänger bekundet hatte, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten. Kritiker hatten bereits befürchtet, dass Musk, selbst ernannter Verfechter der Redefreiheit, Trump auf die Plattform zurückkehren lässt.

Trump sagte vor Kurzem zwar bereits, er wolle nicht zu Twitter zurück, auch wenn er es dürfe. Die Präsenz auf der Plattform, wo er einst mehr als 80 Millionen Follower hatte, könnte aber für eine mögliche Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024 wichtig sein. Trump nutzte Twitter sehr aktiv, um seine Anhänger zu mobilisieren und Stimmung zu machen. Er versucht, eine eigene Social-Media-Plattform aufzubauen, die jedoch mit Anlaufproblemen kämpft.

Übernahme soll Ende des Jahres erfolgen

Musk sagte, Trumps Verbannung bei Twitter sei ein Fehler gewesen, weil ein großer Teil der US-Bevölkerung damit nicht einverstanden gewesen sei. Und es habe auch nicht dazu geführt, dass der Ex-Präsident sich nicht mehr Gehör verschaffen konnte.

Musk will Twitter für rund 44 Milliarden Dollar (41 Milliarden Euro) kaufen. Der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla einigte sich mit dem Twitter-Verwaltungsrat auf den Deal, ist aber noch darauf angewiesen, dass ihm genug Aktionäre ihre Anteile abtreten wollen. Inzwischen hat Musk nach eigenen Angaben bereits mehrere Milliarden Dollar dafür eingesammelt. Twitter und Musk wollen die Übernahme bis Jahresende abschließen.

ngo/AP/Reuters/dpa