Nach Übernahme-Einigung Elon Musk löst Hass-Attacken auf Twitter-Juristin aus

Die Twitter-Chefjuristin Vijaya Gadde wird auf dem Kurznachrichtendienst heftig beschimpft und rassistisch beleidigt, nachdem Elon Musk sie der Zensur beschuldigt hatte. Die Situation könnte dem Tech-Milliardär bei seinem beabsichtigten Kauf von Twitter zum Verhängnis werden.
Attacken auf Twitter ausgesetzt: US-Tech-Milliardär Elon Musk hat Twitters Chefjuristin Vijaya Gadde auf Twitter kritisiert

Attacken auf Twitter ausgesetzt: US-Tech-Milliardär Elon Musk hat Twitters Chefjuristin Vijaya Gadde auf Twitter kritisiert

Foto: David Paul Morris / Bloomberg via Getty Images

Erst wenige Tage ist es her, dass sich Elon Musk (50) mit Twitter auf eine Übernahme geeinigt hat. Schon legt sich der Tech-Milliardär mit der Unternehmensführung an. Der Tesla-Chef ist in die Kritik geraten, weil seine Tweets zu einer Welle von Online-Attacken auf Twitters Chefjuristin Vijaya Gadde (48) beigetragen haben. Der Streit könnte dem Tech-Milliardär den beabsichtigten Kauf von Twitter erschweren, da er sich in der Übernahmevereinbarung verpflichtete, den Online-Dienst oder dessen Vertreter nicht zu "verunglimpfen".

Auslöser der Vorwürfe von Musk gegen Gadde war ein Artikel der Website "Politico", demzufolge Gadde sich in einer internen Besprechung besorgt über den möglichen Wandel der Plattform mit Musk als Eigentümer zeigte und nicht die Tränen habe zurückhalten können. Musk schrieb zunächst zu einem Tweet mit Zensurvorwürfen gegen Gadde, die Vorgehensweise von Twitter rund um den Zeitungsartikel sei "eindeutig unglaublich unangemessen gewesen". Er legte später am Mittwoch mit einer Fotomontage mit ihrem Gesicht nach, in der von einer "linken Voreingenommenheit" die Rede war.

Gadde war danach verstärkt Attacken und Beschimpfungen in Tweets ausgesetzt, einige rassistische Beiträge wurden entfernt. Unter anderem der frühere Twitter-Chef Dick Costolo (58) ging daraufhin mit Musk hart ins Gericht. "Mobbing ist nicht Führungsstärke", schrieb er bei Twitter. "Ich sage nur, dass Twitter politisch neutral sein muss", wehrte sich Musk. Der frühere Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos (43) kritisierte Musks Verhalten als inakzeptabel und unprofessionell.

Musk will Twitter eigenen Angaben zufolge kaufen, weil es dort nicht genug Redefreiheit gebe. Eine "Zensur" wird dem Dienst in den USA hauptsächlich aus dem rechten Lager und von Corona-Leugnern vorgeworfen. Beide Gruppen sind schon lange mit dem Kurs von Gadde unzufrieden. Musk goss nun Öl ins Feuer.

Zuvor hatte Musk die Vorgehensweise von Twitter in einer Episode rund um den Sohn des heutigen Präsidenten Joe Biden (79) im Schlussspurt des US-Wahlkampfes 2020 kritisiert. Damals hatte es in einem Zeitungsartikel unter anderem geheißen, Bidens Sohn Hunter (52) habe Geschäftspartnern Treffen mit seinem Vater angeboten. Als Quelle wurden Daten angegeben, die angeblich auf einem Notebook von Hunter Biden in einer Werkstatt entdeckt worden waren. Twitter sperrte damals den Account der Zeitung, da es auf der Plattform verboten sei, unrechtmäßig beschaffte Inhalte zu verbreiten. Twitter machte die Entscheidung später rückgängig und der damalige Firmenchef Jack Dorsey (45) entschuldigte sich.

Musk einigte sich diese Woche mit Twitter auf die Übernahme des Online-Dienstes für rund 44 Milliarden Dollar. Nun müssen allerdings noch genug Aktionäre bereit sein, ihm ihre Anteile abzutreten.

dri/dpa-afxp
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