40 Stunden pro Woche Präsenzpflicht Elon Musk droht Tesla-Beschäftigten im Homeoffice mit Rausschmiss

"Wer immer von zu Hause aus arbeiten möchte", beginnt eine Mitarbeiter-Mail des Tesla-Chefs – doch dann folgt keinerlei Verständnis: Wer nicht 40 Stunden in der Woche ins Büro kommt, muss gehen.
Tesla-Chef Musk ist ein anspruchsvoller Arbeitgeber

Tesla-Chef Musk ist ein anspruchsvoller Arbeitgeber

Foto: Ryan Lash / TED CONFERENCES / AFP

In Kalifornien steigt mit der Zahl der Coronainfektionen auch bei vielen Beschäftigten von Techfirmen die Tendenz, ihre Arbeit lieber im Homeoffice zu verrichten. Elon Musk jedoch fehlt für solche Wünsche jegliches Verständnis. Der Chef des US-Autobauers Tesla beordert seine Mitarbeiter ultimativ ins Büro zurück – und wer das nicht befolgt, kann gehen.

»Jeder bei Tesla muss mindestens 40 Stunden in der Woche im Büro verbringen«, schrieb Musk am Dienstagabend in einer E-Mail an die Beschäftigten des US-Elektroautobauers, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. »Wenn jemand nicht erscheint, müssen wir davon ausgehen, dass diese Person das Unternehmen verlassen hat.« Zwei Tesla-Insider bestätigten die Echtheit der E-Mail. Tesla selbst antwortete nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Musk hatte bereits am Dienstagmittag offenbar noch eine weitere E-Mail zum Thema geschickt, diese jedoch nicht an alle Beschäftigten, sondern an den Kreis der Führungskräfte. Darin formuliert er seinen Anspruch noch deutlicher: Wer die Präsenzpflicht von mindestens 40 Wochenstunden nicht einhalte, müsse »Tesla verlassen«. Ein Twitter-Follower postete einen Screenshot dieser Mail und fragte Musk anschließend, was er von Leuten halte, die Präsenzpflicht für ein veraltetes Konzept hielten. Musks Antwort: Die sollten bei einem anderen Arbeitgeber so tun, als würden sie arbeiten.

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Weitere Techfirmen gehen etwas anders mit der Rückkehr in die Büros um. Twitter etwa, das Musk pikanterweise für 44 Milliarden Dollar übernehmen möchte. Twitter-Chef Parag Agrawal schrieb im März, dass die Büros zwar wieder zugänglich seien, aber die Mitarbeiter die Wahlfreiheit hätten: »Wo auch immer man sich am produktivsten und kreativsten fühlt, das ist der Ort, wo man arbeiten wird, und das schließt auch dauerhaftes Homeoffice ein.« Die Google-Mutter Alphabet dagegen setzt ähnlich wie Musk auf persönliche Treffen ihrer Beschäftigten.

Musk hatte während der Pandemie durch den Umgang mit dem Infektionsschutz in seinen Unternehmen für Negativschlagzeilen gesorgt: Im Mai 2020 hatte er gegen die geltenden pandemiebedingten Restriktionen sein Werk im kalifornischen Fremont wieder eröffnet. Von Mai bis Dezember 2020 wurden 440 Infektionen bei Tesla-Mitarbeitern gemeldet, wie aus Daten der Behörden hervorgeht, bei SpaceX waren es im vergangenen Jahr 132 Coronafälle.

fdi/dpa
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