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Lieferengpässe und Preissprünge Warum die Autoindustrie auf eine Batteriekrise zusteuert

Die deutschen Konzernbosse werfen ein E-Modell nach dem anderen auf den Markt. Aber ihnen fehlen die Batteriezellen – und die Fähigkeit, mit diesen umzugehen. Der Aufbruch in die abgasfreie Zukunft gerät zum Stotterstart.
aus manager magazin 2/2020
Elektrischer Traum: Der Mercedes EQC 400 ist das erste reine E-SUV von Daimler. Nur fehlen ausreichend Batterien.

Elektrischer Traum: Der Mercedes EQC 400 ist das erste reine E-SUV von Daimler. Nur fehlen ausreichend Batterien.

Foto: Jens Kalaene

Wenn Ola Källenius (50) den ersten Elektro-Mercedes EQC lobt, so wie er das als Daimler-Chef pflichtschuldig tun muss, klingt das für viele seiner Kollegen wie bittere Ironie. Neulich sprach Källenius vom EQC als heißer Ware, auf die "Kunden neun bis zwölf Monate warten" müssten.

Das klingt gut, liegt allerdings nicht, wie der Daimler-Mann insinuiert, an der gewaltigen Nachfrage. Die Kunden warten, weil die Autos nicht fertig werden. Daimler fehlen die Batterien.

Källenius hat intern den Elektronotstand ausgerufen. Täglich muss Produktionschef Jörg Burzer (50) berichten: Kommt Lieferant LG Chem auf die versprochenen Stückzahlen? Stellt das Daimler-Batteriewerk in Kamenz endlich brauchbare Batteriemodule für den EQC und die – ebenfalls raren – Plug-in-Hybride des Konzerns her? Funktionieren die Kühlsysteme der Akkus jetzt, sinkt die Ausschussquote?

Rund 700 Millionen Euro hat Daimler in die Batteriefertigung in Kamenz investiert; allein die Zellen dürften gut 10.000 Euro pro Auto kosten. Der monatelange Krisenmodus kommt den ohnehin nicht gerade florierenden Konzern teuer zu stehen.

Rund 25.000 EQC wollte Daimler 2019 verkaufen. Etwa 7000 sollen am Ende gebaut worden sein; die genaue Zahl nennt der Konzern nicht. Den Plan für 2020 musste Källenius von ursprünglich 50.000 bis 60.000 auf gut 30.000 kürzen. "EQC? Da geht so ziemlich nichts", kommentiert ein frustrierter Topmann.

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