Ausblick auf 2022 Das sind die neuen Elektroautos von VW, Daimler und BMW

Immer mehr Autokäufer schwenken auf E-Modelle um, der Markt für die Stromer boomt. Welche Modelle haben die deutschen Hersteller bereits auf dem Markt und was planen sie für das kommende Jahr? Ein Überblick.
BMW iX: Das Modell soll ab 77.300 Euro erhältlich sein

BMW iX: Das Modell soll ab 77.300 Euro erhältlich sein

Foto: Uwe Fischer / BMW

Das Ziel ist klar: Nach dem Willen der Europäischen Union soll der CO2-Ausstoß von Autos im Jahr 2035 um 100 Prozent reduziert werden. Das ist faktisch ein Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor. Lediglich reine Elektroautos würden das Null-Emissionen-Ziel erfüllen.

Die neue Bundesregierung hat sich zwar bisher auf kein exaktes Ausstiegsjahr festgelegt. Doch durch das Ziel, bis 2030 rund 15 Millionen Elektrofahrzeuge auf der Straße zu haben, dürfte implizit ein früheres Aus für den Verbrenner kommen – anders wäre die E-Auto-Zahl kaum erreichbar.

Seit Monaten boomt daher der Absatz von Elektroautos: Allein im November stiegen deren Neuzulassungen in Deutschland um 14 Prozent auf 68.200. Der Anteil der E-Autos an den insgesamt zugelassenen Autos erreichte mit 34,4 Prozent einen Rekordwert. In den ersten elf Monaten des Jahres wurden mit 600.700 fast doppelt so viele E-Autos zugelassen wie in dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Besonders gefragt waren dabei im ersten Halbjahr der E-Up von Volkswagen (Platz 1), der Tesla Model 3 (Platz 2) und der VW ID.3 (Platz 3).

Neben dem zunehmenden Druck von Politik und Gesellschaft lockt die sogenannte Innovationsprämie zum Kauf eines Elektroautos Kunden an. Wer derzeit einen Stromer kauft, kann bis zu 9000 Euro vom Staat dazu bekommen. Reine Elektroautos sind zudem von der Kfz-Steuer befreit. Doch die Kaufprämie wird es in dieser Form nur noch bis Ende 2022 geben, dann soll die Förderung nach dem Willen der drei Ampel-Parteien bis 2025 nur noch für Autos gewährt werden, die unter anderem eine bestimmte Mindestreichweite erreichen. Ab 2025 soll die Prämie dann komplett abgeschafft werden.

Viele potenzielle Autokäufer prüfen daher den Kauf eines Elektroautos anstelle eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotors. Für den ein oder anderen lohnt sich dabei auch der Blick in das kommende Jahr. Ein Überblick über die geplanten Modelle der deutschen Autobauer.

Volkswagen: Auf dem Weg zum Weltmarktführer

VW-Chef Herbert Diess (63) hat in Sachen E-Mobilität ehrgeizige Ziele: Schon 2024 soll der Konzern Weltmarktführer bei E-Autos sein, bis 2030 sollen 70 Prozent aller neuen Volkswagen in Europa rein elektrisch fahren. Als erstes rein elektrisch konzipiertes Massenmodell hat Volkswagen im November 2019 den ID.3 auf den Markt gebracht. Danach folgte der Elektro-SUV ID.4 (März 2021) und der nur in China vermarktete ID.6.

ID.5: Das SUV-Coupé und seinen sportlicheren Bruder GTX gibt es ab 46.515 Euro

ID.5: Das SUV-Coupé und seinen sportlicheren Bruder GTX gibt es ab 46.515 Euro

Foto: Ingo Barenschee / Volkswagen

VW ID.5: Das SUV-Coupé soll im ersten Halbjahr 2022 auf den Markt kommen und ab 46.515 Euro kosten. Eine Akkuladung soll für bis zu 525 Kilometer reichen. Ausgestattet wird der ID.5 mit 204 PS, der Akku soll 77 kWh speichern können.

VW ID.5 GTX: Die sportliche Variante der Coupé-Version ist ab 53.615 Euro erhältlich. Die Reichweite soll bis zu 495 Kilometer betragen, ausgestattet ist das Modell mit 299 PS.

VW ID Buzz: Das Modell soll den klassischen Bulli ins Elektrozeitalter holen. Der Kleinbus ist das vollelektrische Pendant zum VW T7 und soll im März 2022 auf den Markt kommen. Der ID Buzz soll mit serienmäßigem Hinterradantrieb kommen und eine Reichweite von 550 Kilometern haben. Mit einer Länge von 4,60 Metern ist er voraussichtlich nur so lang wie ein T3.

Audi verkauft bereits mehr Elektroautos als Verbrenner

Audi-Chef Markus Duesmann (52) hat bereits angekündigt, ab 2026 keine neuen Modelle mit Verbrennungsmotoren mehr zu entwickeln, bis 2033 soll die Produktion von Verbrennern nach und nach auslaufen. Im Jahr 2019 haben die Ingolstädter mit dem SUV E-Tron ihr erstes Elektroauto eingeführt, 2020 folgte die SUV-Coupé-Variante E-Tron Sportback. Die jüngsten Elektroautos der VW-Premiumtochter sind der E-Tron GT, der Q4 E-Tron (auch in einer Sportback-Variante), der RS E-Tron GT sowie der E-Tron S (Sportback). Bereits in diesem Jahr hat Audi mehr neue Elektro-Modelle als Autos mit Verbrennungsmotoren auf den Markt gebracht.

Audi Q6 E-Tron Concept: Angriff auf Porsches Macan

Audi Q6 E-Tron Concept: Angriff auf Porsches Macan

Foto:

Audi AG

Audi Q6 E-Tron: Im kommenden Jahr bringt Audi nur ein neues Elektromodell auf den Weg. Der Elektro-SUV soll mit einer Akkuladung etwa 700 Kilometer weit kommen. Das Modell ist als Pendant zum vollelektrischen Porsche Macan gedacht. Der Q6 soll in etwa die Größe eines Q5 haben, aber so geräumig wie ein Q7 sein. Die Limousine A6 E-Tron soll erst 2023 auf den Markt kommen.

Porsche: Von null auf hundert in 3,7 Sekunden

Porsche-Chef Oliver Blume (53) will bis Ende dieses Jahrzehnts mehr als 80 Prozent seiner Sportwagen elektrisch antreiben. Allerdings mit der Einschränkung, dass dazu auch die Hybrid-Versionen zählen. Der vollelektrische Porsche Taycan ist bereits seit zwei Jahren auf dem Markt und ab 83.520 Euro erhältlich.

Porsche Taycan GTS und GTS SportTurismo: Ab kommendem Frühjahr für 130.000 Euro erhältlich

Porsche Taycan GTS und GTS SportTurismo: Ab kommendem Frühjahr für 130.000 Euro erhältlich

Foto:

Porsche

Porsche Taycan GTS und GTS SportTurismo: Zwei Jahre nach dem Start seines ersten Elektroautos baut der Sportwagenbauer seine Modellpalette aus. Der Gran Turismo Sport wird mit einer Leistung von 440 kW (598 PS) angeboten und beschleunigt in 3,7 Sekunden von null auf hundert. Die Reichweite soll mehr als 500 Kilometer betragen. Der GTS SportTurismo ist eine schnittigere Kombi-Version des GTS. Die Modelle kosten ab 130.000 Euro und sollen ab Frühjahr 2022 in den Autohäusern stehen.

Daimler: Ola Källenius will sich dem Markt anpassen

Den Abschied vom Verbrenner hat Daimler-Chef Ola Källenius (52) für Mercedes noch nicht festgelegt. Man wolle sich da dem Markt anpassen. Immerhin sollen bis 2030 alle Marktsegmente mit Elektrofahrzeugen abgedeckt sein. Die Daimler-Marke Mercedes bietet derzeit mit der Limousine EQS, den SUVS EQA und EQC und dem Van EQV eine Vielzahl an elektrischen Modellen an. Von Smart gibt es den ForTwo und den ForFour in einer elektrischen Version.

Mercedes EQE: Soll auch das autonome Fahren nach Level 3 beherrschen

Mercedes EQE: Soll auch das autonome Fahren nach Level 3 beherrschen

Foto: Mercedes-Benz Cars & Vans / Daimer AG

Mercedes EQE: Die elektrische Mercedes E-Klasse ist zwar genauso lang wie das Verbrennermodell, hat aber im Innenraum mehr Platz. Fast über die gesamte Breite des Armaturenbretts erstreckt sich ein 1,41 Meter großer Bildschirm. Der EQE ist mit 215 kW ausgestattet und verfügt über eine Reichweite von 660 Kilometern bei einer Speicherkapazität von 90 kWh. Mercedes arbeitet noch daran, dass der EQE auch das autonome Fahren nach Level 3 beherrschen wird. Dann könnte der Fahrer oder die Fahrerin sogar zeitweise die Hände vom Steuer nehmen. Der EQE soll Mitte 2022 auf den Markt kommen und vor allem dem Tesla Model S Konkurrenz machen. Der Preis steht noch nicht fest, schätzungsweise wird das Modell um die 70.000 Euro kosten.

Mercedes EQB: Die Elektroversion des GLB soll ab 55.311 Euro erhältlich sein. Mit 215 kW soll das Modell über eine Reichweite von 423 Kilometern verfügen. Der Akku soll 66,5 kWh speichern können. Der Kompakt-SUV soll als 7-Sitzer noch Ende 2021 auf den Markt kommen.

Mercedes EQS SUV: Informationen über den luxuriösen Elektro-SUV sind bisher dünn gesät. Mit einer Leistung von 476 PS soll das Modell eine Reichweite von bis zu 700 Kilometer haben. Der Preis ist noch nicht bekannt. Das Verbrenner-Pendant, der GLS, kostete derzeit mindestens 92.380 Euro.

BMW: Pioniere mit ehrgeizigen Zielen

Die Münchener haben mit dem i3 seit 2013 das erste komplett neu entwickelte Elektroauto Deutschlands auf dem Markt. BMW-Chef Oliver Zipse (57) hat sich vorgenommen, bis 2023 in 90 Prozent der heutigen Marktsegmente mindestens ein vollelektrisches Modell auf der Straße zu haben. Bis 2030 sollen dann rund 50 Prozent der BMW-Modelle als Elektroversion verkauft werden. Von BMW gibt es derzeit den i3, den iX3, den i4, den i4M50 und den iX zu kaufen.

BMW iX: Der SUV soll noch Ende 2020 auf den Markt kommen

BMW iX: Der SUV soll noch Ende 2020 auf den Markt kommen

Foto:

Uwe Fischer / BMW

BMW iX: Noch Ende 2021 wollen die Münchener ihren neuen SUV auf den Markt bringen. Das Modell soll ab 77.300 Euro erhältlich sein. Der 71 kWh große Akku reicht für etwa 425 Kilometer. Der iX beherrscht autonomes Fahren der Stufe 2+, der Fahrer oder die Fahrerin darf also die Hände vom Lenkrad nehmen, muss mit dem Blick aber auf der Straße bleiben.

i5, i7, iX1: In den kommenden zwei Jahren will BMW vollelektrische Versionen der Modelle 5er, 7er und X1 herausbringen. Der i5 soll eine Reichweite von rund 700 Kilometern haben, der iX1 wird wohl 400 Kilometer schaffen. Der i7 soll mit einer Akkuladung eine Strecke von rund 615 Kilometer schaffen und wird eines der ersten vollelektrischen Autos in der Klasse der großen Luxuslimousinen sein. Weitere Details dazu oder gar Fotos von den Autos gibt es bisher noch nicht.