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Echte Glanzleistungen

Imageprofile 2000: Festakt zur Ehrung der Unternehmen mit dem besten Ruf
Von Klaus Boldt
aus manager magazin 3/2000

Von Wendelin Wiedeking sind die Leute einiges gewohnt. Generell ist dem Mann ja ein Hang zum geraden Auftritt und zu klarer Sprache eigen. Aber dass der vielseitige Porsche-Frontmann noch dazu ein führender Spaßdialektiker ist, blieb selbst Kennern bislang verschlossen.

Die rund 180 Vorstände und Topmanager der deutschen Wirtschaft, die Mitte Januar im Hamburger Hotel "Atlantic" den Siegern der "Imageprofile 2000" (siehe mm 2/2000) ihre Reverenz erwiesen, quittierten die Entdeckung des neuen Wiedeking-Aspekts jedenfalls deutlich amüsiert und mit ruckelndem Applaus.

Wiedeking hatte sich zwecks Ursachenforschung ans Rednerpult begeben: Warum, rätselte der Mann auf seiner rhetorischen Expedition, verfügt ausgerechnet Porsche über das beste Image im Land?

Warum haben die von manager magazin befragten Führungskräfte einer relativ kleinen Firma die besten Noten erteilt? Einem Unternehmen, das die "Modedroge Fusionitis" ablehnt, das sich, nach eigener Auskunft, eine "ketzerische" Führungsspitze leistet und Produkte herstellt, die völlig sinnlos sind? Seine Antwort: womöglich, weil die Welt überquillt von all den Sinnsuchern und all dem Sinnvollen.

"Liebe Wettbewerber, auch ihr baut schöne Automobile", lobte Wiedeking die lieben Wettbewerber. "Aber so wenig Nutzen wie ein Porsche kann so schnell keiner in die Waagschale werfen." Da ist was dran. Und womöglich hat's den einen oder anderen auch getröstet.

Neben Porsche, dem Gesamtsieger, ehrte der Moderator des Festakts, der Talkmaster Erich Böhme, 17 weitere Branchensieger: Heidelberger Druck, Bosch, Deutsche Bank, Mannesmann, Heidelberger Zement, Henkel, SAP, Aldi, Siemens, Aral, ZDF, "Frankfurter Allgemeine Zeitung", Mannesmann Mobilfunk, Lufthansa, Sixt, Coca-Cola und Allianz.

"Image folgt den Fakten", sagte mm-Chefredakteur Wolfgang Kaden in seiner Rede. Der gute Ruf sei die beste Garantie für langes Wohlergehen. Wohl deshalb riss es Wiedeking zu der Prognose hin, "dass das letzte Auto, das jemals gebaut werden wird, ein Porsche sein wird". Klaus Boldt

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