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Business-Traveller-Guide Dubai

Wahrzeichen: Wie sich die Wüstenstadt ständig neu erfindet; Leuchtzeichen: Wo das Emirat die schönsten Ausblicke bietet; Zeitzeichen: Die Shopping-Oasen der neuen Geldelite
aus manager magazin 9/2007

WILLKOMMEN IN DER WÜSTE! Im Rekordtempo gelang es den Herrschern von Dubai, das Land der Perlenfischer und Piraten zu einer globalen Drehscheibe auszubauen. Handel und Tourismus blühen, spektakuläre Neubauten wie der Burj Dubai machen weltweit Schlagzeilen. Das Ende der Ölvorkommen vor Augen, hatte die Scheichfamilie frühzeitig die Weichen für einen strukturellen Wandel gestellt. Minarette und Wolkenkratzer, Windtürme und Luxus-Malls - die sehr arabische und ver-wegene Mischung aus Las Vegas, Manhattan und Disneyland macht Dubai zu einem beeindruckenden Brückenkopf zwischen Orient und Okzident.

UND ZU EINEM EINZIGARTIGEN arabischen Experiment. Kein Staat des Mittleren Ostens hat so viel Weitsicht und Mut bewiesen, wie das knapp 4000 Quadratkilometer große Wüstenland. Während sich die benachbarten Emirate und Staaten strikt dem Gesetz des Islam beugen, setzt Scheich Mohammed Bin Raschid auf kontrollierte Öffnung nach Westen. Zahlreiche wohlhabende Saudi-Araber, Iraker, Iraner, aber auch Russen und Inder kaufen sich in Dubai das Stück Freiheit, das ihre Staaten nicht bieten. Der mm-Business-Traveller-Guide hilft Geschäftsleuten und anderen Reisenden, die schönsten Seiten Dubais zu entdecken. Deutsche Manager, die Land und Leute kennen, verraten exklusiv ihre bevorzugten Plätze zum Schlafen, Essen, Entspannen und Shoppen. Versprochen: Es wird eine aufregende und spannende Tour, denn die Stadt macht ihrem Namen alle Ehre. Übersetzt heißt "Dubai" einfach "Treffpunkt".

Anne Preissner, Redakteurin

STADTRUNDFAHRT Als liberal und doch sehr arabisch empfindet Steffen Schubert die rapide wachsende City. Der Ex-Chef der Internationalen Börse in Dubai führt mm-Leser zu seinen Lieblingsplätzen.

Fotos: Gulliver Theis

Fragil wie ein Streichholz ragt der Turm von Dubai in den Himmel. Noch hält der Bauträger Emaar die endgültige Höhe des Burj Dubai geheim, doch Insider gehen davon aus, dass das mit Abstand höchste Gebäude der Welt im kommenden Jahr die 800-Meter-Grenze überschreiten wird.

Was Skeptiker an den Turmbau zu Babel erinnert, ist für Steffen Schubert Ausdruck visionären Gestaltungswillens. "Hier gibt es nur Vollgasprojekte" sagt der Manager, der bis Mitte 2006 die Internationale Börse in Dubai aufbaute und nun als Unternehmensberater tätig ist.

Als der Finanzexperte vor zwölf Jahren erstmals den Wüstenstaat besuchte, präsentierte sich die Stadt "flach wie ein Pfannkuchen". Nur das World Trade Center und das Hotel "Hyatt Regency" gaben einen Vorgeschmack auf die künftige Megametropole am Golf.

Heute prägen Hunderte von Wolkenkratzern die Skyline des Emirats. Und in atemberaubender Geschwindigkeit werden neue Großprojekte aus dem Boden gestampft. Rund 15 Prozent aller weltweit verfügbaren Baukräne stehen in Dubai, über 2000 registrierte Baufirmen gestalten die Megacity.

"Man muss Dubai mindestens zweimal in einem Jahr gesehen haben, um das Tempo der Veränderung zu begreifen", sagt Schubert. Ihn faszinieren der Wagemut und die Weitsicht, mit der die Herrscher des zweitgrößten der sieben Emirate aus dem Nichts das

führende Handels- und Tourismuszentrum der Region geschaffen haben. In den Freihandelszonen haben sich über 6000 internationale Unternehmen angesiedelt, 1990 waren es lediglich 300. Noch vor zehn Jahren war der Airport von Dubai ein Provinzflughafen, heute zählt er zu den größten der Welt. Und die Hotels, darunter Dutzende Fünf-Sterne-Herbergen, bejubeln Auslastungsquoten von über 90 Prozent.

Editorial

Dubai platzt aus allen Nähten. Trotz ständig er-weiterter Schnellstraßen und neuer Brücken über den Dubai Creek droht täglich der Verkehrsinfarkt. Mehr als 200 000 Pkw wurden im vergangenen Jahr neu zugelassen, über 300 000 Menschen zogen in die Golf-Metropole, die mittlerweile 1,4 Millionen Einwohner zählt. Die Stadt wächst so schnell, dass die Infrastruktur nicht mithalten kann.

Am besten und relativ preiswert kommt man mit dem Taxi voran. Wer Dubai nicht kennt, sollte sich nicht auf das Wagnis Mietwagen einlassen. Denn es gibt keine genauen Stadtpläne, und die Verkehrsführung ist teils so irreführend, dass Umwege an der Tagesordnung sind.

Trotz aller Wachstumsschmerzen und Baugruben versteht es das Scheichtum, sich genial zu vermarkten. Ob das schon fast legendäre Sieben-Sterne-Haus "Burj al-Arab" oder die spektakulären Einkaufsmeilen - mittlerweile bietet Dubai genügend Plätze, die zum Verweilen, Staunen oder Entspannen einladen.

Einer der schönsten Spazierwege führt für Steffen Schubert entlang dem Creek zum alten Hafen mit seinen vielen traditionellen Holzbooten, den Dhaus. In den engen Gässchen lässt es sich mit den Händlern vortrefflich feilschen, und der Gewürzmarkt betört mit seinen Farben und Aromen.

Am Creek hat man das alte und das neue Dubai im Blick. Entlang dem Wasser gibt es zahlreiche Restaurants, die mit arabischer und libanesischer Küche locken. Unweit der Golfmündung befindet sich auch das Heritage Village mit seinen alten Hütten und Souvenirgeschäften - die bescheidenen rekonstruierten Überreste des Fischerdorfes Dubai.

Nicht minder reizvoll ist ein Strandspaziergang vom "Burj al-Arab" zur Palm Jumeirah, der künstlichen Inselgruppe in Form eines Palmwedels. Millionen Tonnen Sand wurden aufgeschüttet, um gigantische Wohn- und Geschäftskomplexe zu errichten. Mit einjähriger Verspätung sind die ersten Bewohner eingezogen, 2010 soll das Projekt fertiggestellt sein.

Zwischen Palme und Hotel erstreckt sich das im arabischen Stil errichtete Hotel-, Shopping- und Vergnügungszentrum Souk Madinat Jumeirah - eine wahre Oase mit künstlich angelegten Gewässern, zahlreichen Restaurants und Cafés sowie einem traumhaften Blick auf den Persischen Golf. "Die Architekten haben es verstanden, jede Form von Kitsch zu vermeiden", schwärmt Schubert.

Er liebt es, in einer der dynamischsten Städte der Welt zu leben. Schon wächst vor der Palme das neue Hochhausviertel Dubai Marina mit einem riesigen Jachthafen. Einige Kilometer westlich entsteht mit Dubai Waterfront die größte Kaianlage der Welt.

Die Stadt gibt sich weltoffen und liberal. Weniger als 10 Prozent Araber leben in Dubai. Nicht traditionelle weiße Gewänder und verschleierte Frauen dominieren das Stadtbild, sondern westliches Outfit. Dennoch ist Dubai ein islamisches Land unter feudalistischem Regime.

"Besucher sollten die geltenden Spielregeln einhalten", empfiehlt Schubert. Wer angetrunken über die Straße torkelt oder Auto fährt, wer während des Ramadan öffentlich raucht oder unbekleidet badet, bekommt es rasch mit der Obrigkeit zu tun.

Wie schnell Offenheit in Ablehnung umschlägt, bekam auch der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé zu spüren. Als in den arabischen Staaten die Empörung über die dänischen Mohammed-Karikaturen aufflammte, beeilte sich der Konzern zu verkünden, dass seine Milch weder in Dänemark hergestellt noch von dort importiert werde. u

Im Goldrausch

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Steffen Schubert baute als Vorstandschef die Internationale Börse in Dubai auf und ist seit vergangenem Jahr als Unternehmensberater sowie in diversen Aufsichtsräten arabischer und amerikanischer Firmen tätig.

Seine Tipps

Dubai Creek: Ein gemütlicher Spaziergang entlang dem Meeresarm und zum Hafen vermittelt Eindrücke vom alten Dubai mit seinen vielen kleinen Läden und typisch arabischer Geschäftigkeit. Besonders einladend sind die Gerüche im Gewürz-Souk an der Abra Station, in dem erstklassiger Safran und exotische Mischungen angeboten werden. Und die typischen Dhau-Boote laden zu einer idyllischen Fahrt über den Creek und einem Stopp im Golf & Yacht Club ein.

Heritage Village: An der Creek-Mündung gelegene Siedlung mit alten arabischen Hütten und Souvenirläden, die das bescheidene Leben des Beduinenvolkes vor dem Ölboom demonstrieren.

Souk Madinat Jumeirah: Im arabischen Stil gebaute Hotel- und Restaurantmeile vom Feinsten. Prachtvoll angelegte Wege, künstliche Seen und Flüsse laden zum Spazieren und Entspannen ein. Exzellente Restaurants und Bars verführen zu langen arabischen Nächten.

"Burj al-Arab": Ein Strandspaziergang entlang dem Jumeirah Beach bietet prachtvolle Aussichten auf das prominente Nobelhotel und die im Golf aufgeschütteten Siedlungen "The Palm" und "The World".

GAUMENFREUDEN Selten so gut gegessen, sei es arabisch, libanesisch, indisch oder italienisch.

Optisch reizvoll präsentiert sich das reichhaltige Speisenangebot im Wüstenstaat, sei es libanesische, chinesische oder indische Küche. Der Großteil der Lebensmittel, ob schottischer Lachs oder exotische Früchte, wird importiert und unterliegt sehr strengen Qualitätskontrollen. Der Weg in die besseren - und mit Alkohol-Lizenz versehenen - Restaurants führt meist durch eine Hotellobby. Obwohl es zahlreiche Gourmettempel gibt, empfiehlt es sich vor allem in den besonders gefragten Restaurants wie dem "Vu's" im "Emirates Towers" zu reservieren. Für die Anfahrt sollte vor allem abends genügend Zeit eingeplant werden, rät Rene Koneberg. Wer in Bur Dubai westlich des Creeks logiert und in den alten Teil der Stadt will (Dubai Deira), sollte mindestens eine Stunde für die Fahrt einkalkulieren. Dafür entschädigen Restaurants wie der Italiener "Vivaldi" ("Sheraton Dubai Creek Hotel & Towers", Baniyas Street-Creek Road, Tel.: 04-2 07 17 17) mit einem fantastischen Ausblick auf den Creek und mit vorzüglicher Küche. Generell gilt: Das Personal ist von ausgesuchter Höflichkeit, und das Trinkgeld sollte 15 Prozent betragen.

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Restaurants

Rene Koneberg lebt seit drei Jahren in Dubai und leitet bei Audi das Geschäft mit Großkunden und VIPs im Mittleren Osten.

Seine Tipps

"Nina": Der indische Gourmettempel lockt mit exotischen Gewürzvariationen. "Hotel Royal Mirage", Jumeirah Beach, Arabian Court, Tel.: 04-3 39 99 99.

"Salmontini": Das auf Lachsvariationen spezialisierte Lokal bietet einen spektakulären Blick auf die größte Indoor-Skihalle der Welt. The West End, Mall of the Emirates, Tel.: 04-3 41 02 22.

"Vu's": Das im 50. Stock gelegene Restaurant lockt mit Panoramablick und ausgezeichnetem Business-Lunch. Hotel "Emirates Towers", Tel.: 04-3 19 80 88.

"Aquarium": Vorzügliches Fischrestaurant mit Aussicht auf den Creek. Dubai Creek Golf & Yacht Club, Tel.: 04-2 95 60 00. "Bice": Herausragende italienische Küche in reizvollem Wintergarten-Ambiente. Hilton Dubai Jumeirah Resort, Tel.: 04-3 99 11 11.

Schnell und gut

Wer es eilig hat, ist mit einem "Schawarma" bestens bedient. Der arabische Döner, meist gefüllt mit Hühnchen oder Lamm, Knoblauchsoße und recht salzigen Mixed Pickles, ist ein vollwertiges Essen und kostet im Straßenverkauf rund 60 Cent.

Arabische Nächte

Wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht präsentiert sich unter freiem Himmel "The Rooftop" mit hervorragender lokaler Küche von Petersiliensalat bis Kichererbsen-Mousse. Allein die Vorspeisen reichen, um satt zu werden (One & Only Royal Mirage, Arabian Court, Tel.: 04-3 99 99 99).

Hotels

Luxus pur Die Fünf-Sterne-Häuser bieten Geschäftsreisenden einen exzellenten Service.

Nach wie vor gilt das Ende 1999 eröffnete Hotel "Burj al-Arab" als Inbegriff unglaublichen Luxus. Mit seinem markanten und nachts illuminierten Lateinersegel ist die 280 Meter ins Meer gebaute Nobelherberge die berühmteste Adresse der Stadt. Vorwiegend reiche Araber, Asiaten und Russen logieren im selbst ernannten Sieben-Sterne-Haus, in dem 8000 Quadratmeter Fläche mit 22-karätigem Blattgold verblendet wurden. Auch der Mord an einem Diamantenhändler im Herbst vergangenen Jahres kratzte nur kurz am Renommee des Hotels. Für normale Business Traveller ist das "Burj al-Arab" allein aus Kostengründen nicht geeignet. Doch es lohnen sich der Besuch des Restaurants "Sky View Bar" mit einem grandiosen Blick auf "The Palm" und des Lokals "Al Mahara" mit seinem gigantischen Fischbassin (Reservierung dringend erforderlich, Tel.: 04-3 01 77 77). Insgesamt bietet Dubai mit seinen vielen Fünf-Sterne-Hotels hochmoderne und äußerst komfortable Unterkünfte. Zahlreiche Luxushotels sind im Bau, doch bis zu ihrer Eröffnung bleibt das Angebot knapp, und Preise ab 400 Euro sind üblich. Nur in den unerträglich schwülen Sommermonaten von Mitte Juni bis Mitte September gibt es in zahlreichen Tophotels einen Hitzediscount.

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Werner Kletzka Der Ex-Lufthansa-Manager und Logistik-Consultant lebt seit sechs Jahren in Dubai.

Seine Tipps

Grand Hyatt: Zentral gelegenes Nobelhotel mit exzellentem Service, Tel.: 04-3 17 12 34.

Kempinski Hotel Mall of the Emirates: Beliebte Luxusherberge. Sheikh Zayed Road, Tel:. 04-3 41 00 00.

Emirates Towers: Hervorragend gemanagtes Haus für Geschäftsreisende, Tel.: 04-3 30 00 00.

Oase der Ruhe

Wer Geschäftliches mit Muße verbinden will, findet im "Park Hyatt Dubai" ein Haus der Extraklasse. Das im dezent arabischen Stil gebaute Luxushotel liegt direkt am Dubai Creek Golf & Yacht Club, verfügt über große Zimmer (mindestens 52 Quadratmeter) und bietet von seiner Terrasse einen herrlichen Blick auf den Meeresarm (Tel.: 04-6 02 12 34).

Bars und Nightlife

JAZZ ODER SHISHA Die angesagten Plätze in Dubai nehmen ständig zu - für Nachtschwärmer eine echte Herausforderung.

Alkohol ist in Dubai geduldet, aber nicht gern gesehen und ähnlich wie in skandinavischen Staaten ziemlich teuer. Ein Gläschen Champagner kostet rund 20 Euro, und das meiste Geld fließt zum Wohle des Scheichtums in die Taschen von zwei staatlichen Lizenzgebern. Das Nachtleben in Dubai findet meist in Luxushotels statt. Und je mehr Dubai ins Umland wächst, desto spektakulärer werden die Aussichtsplattformen. Die noble "Bar 44", selbstredend im 44. Stock, und zwar des des "Grosvenor House" (Tel.: 04-60 00), bietet einen herrlichen Blick auf das im Bau befindliche Hochhausviertel Dubai Marina. Geldmanager strömen nach einem langen Arbeitstag gern vom Finanzzentrum ins nahe gelegene "Scarletts" (Boulevard im Hotel "Emirates Towers", Tel.: 04-3 19 80 88). Richtig los geht es in den Bars ab 23 Uhr - meist bis 3 Uhr nachts.

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Oliver Parche lebt seit knapp drei Jahren in Dubai und ist Delegierter der deutschen Wirtschaft bei der Auslandskammer.

Seine Tipps

Buddha Bar: Derzeit populärster Treff des noch im Bau befindlichen Hochhausviertels Marina, der sich durch zivile Getränkepreise auszeichnet. "Grosvenor House", Tel.: 04-60 00.

Jambase: Live-Jazz, Tanz und gute Küche - sehr beliebter Treffpunkt für Nachteulen. Souk Madinat Jumeirah, Tel.: 04-3 66 88 88.

The Rooftop: Die im arabischen Stil gestaltete Freiluftbar bietet schöne Aussichten auf den Persischen Golf. One & Only Royal Mirage, Arabian Court, Tel.: 04-3 99 99 99.

Bahri Bar: Atemberaubender Blick auf das illuminierte "Burj al-Arab". Hotel "Mina al-Salam", Madinat Jumeirah, Tel.: 04-3 66 67 30.

Rauchzeichen

Freizeit/Wellness

So verpönt der Alkohol, so beliebt ist bei Arabern die Shisha, die Wasserpfeife. Es gibt die Füllungen in unterschiedlichen Geschmacksnoten von Apfel bis Traube. Wer mit Arabern ins Geschäft kommen will, tut gut daran, Rauch zu verströmen.

Hochgefühl

Den am höchsten gelegenen Aussichtspunkt bietet derzeit die "Vu's Bar" im 51. Stock des "Emirates Towers". Leider ist die Bar erst ab 18 Uhr geöffnet. Das reicht immerhin zum Betrachten traumhafter Sonnenuntergänge. Tel.: 04-3 19 80 88.

KAMELE & CO. Für Abschlaffer und Abenteurer gibt's in der Wüstencity ein riesiges Angebot.

Skifahren und Kamelreiten, Formel-1-Rennen und Dünenrallye - in Dubai ballen sich die Freizeitangebote. Reizvoll ist auch ein Helikopterflug über die Stadt, der einen atemberaubenden Blick auf die im Meer aufgeschütteten Inseln in Palmenform und auf "The World" bietet - eine Gruppe von 300 Eilanden, die eine Weltkarte abbilden (Aerogulf Helicopter Services, Tel.: 04-2 20 03 31, halbstündiger Flug rund 160 Euro). Nicht minder attraktiv sind Flussfahrten entlang dem Creek mit traditionellen arabischen Holzbooten (Dhaus). Eine erholsame Abendtour mit Fischdinner (man kann sich das Tier aus großen Aquarien aussuchen) offeriert das "Al Boom Floating Restaurant" (Al Boom Tourist Village, Tel.: 04-3 41 00 00). Balsam für Leib und Seele bieten - streng getrennt für Männer und Frauen - luxuriöse Spas, die meist in den Fünf-Sterne-Häusern angesiedelt sind. Michael Haseloff empfiehlt besonders die Thai-Massage im "Shangri-La Hotel" (Tel.: 04-3 43 88 88).

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Michael Haseloff, Ex-Agfa-Manager, betreibt das Beautycenter "Obsession" in Dubai.

Seine Tipps

Emirates Golf Club, Sheikh Zayed Road, Tel.: 04-3 80 22 22.

Cleopatra's Spa, Wafi City, Tel.: 04-3 24 43 56 im Stadtteil Odaiba mit echter Thermalquelle, Imbiss möglich.

Shopping

FEILSCHEN ERWÜNSCHT Für Fashionfreaks und Schmuckliebhaber ist Dubai eine Goldgrube.

Mit einem Import von knapp 500 Tonnen Gold im Jahr hat Dubai sich den Beinamen "City of Gold" erobert. Über 800 Juwelierläden gibt es in der Stadt, die neben Gold auch Diamanten, Smaragde, Saphire und Uhren anbieten - alles 1a-Ware. Vor allem im Gold-Souk ist Feilschen erwünscht, und wer bar bezahlt, kann sogar noch einen Extranachlass heraushandeln. Besonders schön gestylte Hochkaräter offeriert "Damas", der mit Abstand größte Schmuckhändler der Vereinigten Arabischen Emirate. Speziell in Dubai betreibt Damas Geschäfte in allen großen Shopping-Malls sowie in zahlreichen Nobelhotels. Die Wüstenstadt ist ein ultimatives Einkaufsparadies, alle Luxusmarkenhersteller sind zum Teil mehrfach vertreten, und die Geschäfte sind täglich meist bis 22 Uhr geöffnet. Besonders romantisch: die im venezianischen Renaissancestil gebaute Einkaufsmeile "Mercato" (Jumeirah Beach Road).

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Doris Greif leitet seit über drei Jahren das Hotel "Emirates Towers".

Ihre Tipps

Shopping-Malls: In der riesigen Hall of Emirates sind von Armani bis Zara über 400 Einzelhändler vertreten (Interchange 4, Sheikh Zayed Road). In Wafi City quellen edel gestylte Läden über vor Luxus (Oud Metha Road). Der Boulevard im "Emirates Towers" ist die erste Adresse für Designerfreaks.

Gold-Souk am Creek:

Über 300 Händler bieten auf engstem Raum Goldschmuck 20 bis 60 Prozent günstiger an als hierzulande. Bezahlt wird der Goldwert, nicht die Verarbeitung.

Perlen nach Maß

Einst ein Zentrum der Perlenfischerei, gibt es in Dubai nur noch Importware. Erlesene und nicht in Europa erhältliche Perlen verkauft Pinctada. Auf Wunsch werden die Schmuckstücke innerhalb eines Tages maßgefertigt (Shops in den Hotels "Mina al-Salam", "Al Qasr" und "Royal Mirage").

Kultur

KÜHNE PLÄNE Ein imposantes Opernhaus soll noch mehr Besucher in die Glitzerstadt locken.

Kein Weltkulturerbe hat sich nach Dubai verlaufen, aber wahrscheinlich steht 2012 auf einer natürlichen Insel im Creek eines der schönsten Opernhäuser der Welt - sanft geschwungen wie eine Düne, anmutig wie der Faltenwurf eines Tuches. Die britische Architektin Zaha Hadid hat das Renommierobjekt entworfen, und Dubais erster Kulturchef, Michael Schindhelm, soll das Mammutprojekt verwirklichen. Mindestens 500 Millionen Dollar soll die Kulturstätte kosten, und Schindhelm gehen Finanztermini mittlerweile so locker über die Lippen wie die Namen berühmter Komponisten. Noch müssen Investoren überzeugt werden, dass eine Oper zwar keine Dollar abwirft, aber innere Werte fördert. Noch müssen ortsansässige Philantropen überzeugt werden, dass Kultur Menschen aus aller Welt anzieht. Schindhelm ist voller Zuversicht, dass nach dem Bau der Hardware - Straßen, Häuser, Hotels - die Scheichs auch Software - Kultur und Bildung - in ihr Programmangebot aufnehmen.

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Michael Schindhelm leitete die Deutsche Opernstiftung in Berlin und ist seit März Kulturchef in Dubai.

Seine Tipps

Dubai Museum: Das im restaurierten Al-Fahidi-Fort angesiedelte Museum präsentiert anschaulich die Geschichte des Wüstenstaates von 3000 v. Chr. bis heute (Bur Dubai, südlich der Al Ghubaiba Road).

XVA-Gallery: Die im alten persischen Viertel Bastakia gelegene Galerie zeigt lokale und asiatische Kunst.

The B21 Art Gallery: Der Künstler Jeffar Khaldi präsentiert Gegenwartskunst der Region (Al Quoz 3, Nähe The Courtyard).

Stets à jour

Neben Museen und Galerien gibt es wenige eigenständige Kulturangebote in Dubai - doch viele Gastspiele. Eine wöchentliche Übersicht bietet die Zeitschrift "Time out".

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