(Alb-)Traumgehalt Disney-Topmanager verdiente 120.000 Dollar pro Tag

Weniger als vier Monate war Geoff Morrell beim Medienkonzern Disney angestellt. Für diese Zeit erhielt er mehr als acht Millionen Dollar Vergütung. Das ist selbst für Hollywood-Verhältnisse ein hoher Tagessatz.
Gut bezahlt: Ex-Walt-Disney-Manager Geoff Morrell erhielt viel Geld für einen kurzen Einsatz

Gut bezahlt: Ex-Walt-Disney-Manager Geoff Morrell erhielt viel Geld für einen kurzen Einsatz

Foto: Tom Williams / CQ-Roll Call, Inc via Getty Images

Am 24. Januar 2022 begann Geoff Morrell seine Arbeit für den Medienkonzern Disney als Chief Corporate Affairs Officer. Doch nur vier Monate später verließ er das Unternehmen im Zuge der Proteste gegen das sogenannte "Don't Say Gay"-Gesetz wieder.

Für diese 70 Wochentage bekam Morrell eine Vergütung von 8.365.403 US-Dollar (7,73 Millionen Euro), wie das "Wall Street Journal " (WSJ) unter Berufung auf eine Mitteilung von Disney an die US-Börsenaufsicht SEC berichtet. Das sind etwa 119.505 Dollar pro Tag. Eingedenk der Zahlungen im Zuge des Aufhebungsvertrages sind es sogar 176.746 Dollar pro Arbeitstag, rechnet die Zeitung vor.

Allein das wäre schon eine enorme Summe. Doch damit offenbar noch nicht genug. Der Disney-Konzern habe Morrell und seiner Familie zudem 527.438 Dollar für den Umzug von London nach Los Angeles gezahlt und weitere 506.310 Dollar Abfindung, als er seinen Job am 29. April 2022 zur Verfügung stellte, schreibt das "WSJ". Zum Vergleich: Andere Führungskräfte von Disney hätten im vergangenen Jahr lediglich eine Umzugsprämie von um die 100.000 Dollar erhalten. Zudem habe das Unternehmen Morrells Luxusvilla in Pasadena, Kalifornien, kurz nach dessen Abgang gekauft, für das er damals 4,5 Millionen Dollar bezahlt habe.

Morrell musste das Unternehmen nach dem Ausbruch eines internen Kulturkampfes verlassen. LGBTQ-Beschäftigte warfen ihm und dem damaligen Disney-Chef Bob Chapek (63) vor, zu einem geplanten Gesetz in Florida zu schweigen, das die Themen sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität im Unterricht einschränken soll.

Aktivistischer Investor dringt auf mehr Einfluss

Nach den internen Protesten entschied Chapek, den Gesetzentwurf öffentlich zu kritisieren – und machte sich damit wiederum zum Lieblingsziel von Ron DeSantis, dem Gouverneur von Florida (44). DeSantis setzte sich in der Folge dafür ein, dass das Selbstverwaltungsrecht von Disney World im sogenannten Reedy Creek Improvement District abgeschafft wird – mit steuerlichen Nachteilen für den Konzern. Chapek selbst wurde dann im November vergangenen Jahres von Bob Iger (71) abgelöst, der zuvor 15 Jahre lang den Konzern führte.

Die Enthüllung zu Morrells Vergütung kommt für Disney zu einer Unzeit. Der Konzern steht derzeit sowieso schon im Fokus aktivistischer Investoren wie Nelson Peltz (80), der die Höhe der Managervergütung als "übertrieben" bezeichnet hatte. Peltz kämpft derzeit mit seinem Hedgefonds Trian, der einen rund 900 Millionen schweren Anteil an Disney hält, um einen Sitz im Verwaltungsrat und will sich nun offenbar direkt an die Investoren wenden.

Disney habe sich "verirrt, was zu einer rapiden Verschlechterung seiner finanziellen Leistungsfähigkeit geführt hat", erklärte Peltz. Trian dringt auf harte Kostenschnitte und operative Verbesserungen. Dabei hatte Disney bereits im vergangenen November ein Sparprogramm angekündigt, das unter anderem einen Einstellungsstopp vorsieht.

Disney hat im vierten Quartal 2022 mit seinen weltweit knapp 200.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 20,15 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vorquartal stieg der Umsatz allerdings noch um 26 Prozent. Das operative Ergebnis stagnierte nahezu bei 1,6 Milliarden Dollar.

mg
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