Diesel-Betrugsverdacht Razzia bei Fiat und Iveco

Diesel-Betrugsverdacht gegen die Lkw-Bauer Fiat und Iveco: Ermittler durchsuchten am Mittwoch mehrere Standorte in Deutschland, Italien und der Schweiz.
Truck von Iveco

Truck von Iveco

Foto: CHRISTIAN CHARISIUS/ REUTERS

Ermittler aus Deutschland, Italien und der Schweiz haben am Mittwoch mehrere Standorte der Auto- und Lastwagenbauer Fiat und Iveco sowie von deren Tochterfirmen durchsucht. Es gehe um den Verdacht, dass Diesel-Motoren in verschiedenen Modellen von Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung versehen seien, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main mit.

Ermittelt wird vonseiten der Staatsanwaltschaft Frankfurt bei den Fahrzeugkonzernen Fiat Chrysler und CNH Industrial. Letzteres ist ein börsennotierter Konzern, der durch die Fusion von CNH Global und Fiat Industrial parallel zu Fiat Chrysler Automobiles entstand. Er umfasst zwölf Marken, darunter auch Iveco.

Im Visier der Ermittler sind den Angaben zufolge zehn Gewerbeobjekte in Baden-Württemberg und Hessen, in der italienischen Region Piemont und im Schweizer Kanton Thurgau. Ein Fiat-Chrysler-Sprecher bestätigte die Durchsuchungen und betonte, man kooperiere mit den Behörden.

Dem italienisch-amerikanischen Autohersteller war bereits 2017 in den USA vorgeworfen worden, bei Abgaswerten betrogen zu haben. Anfang 2019 hatte der Konzern sich anschließende Klagen mit einem Vergleich in Höhe von 800 Millionen Dollar (etwa 690 Millionen Euro) beigelegt. Fiat Chrysler war damit vergleichsweise glimpflich davongekommen - VW hat das Dieseldesaster bislang über 30 Milliarden Euro gekostet, vor allem für Strafen und Schadenersatzzahlungen in Nordamerika.

cr/dpa/Reuters
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