Nach dem Wirecard-Debakel Die neue Hackordnung der besten Wirtschaftsprüfer

Die Folgen des Wirecard-Skandals wirbeln die Hierarchie der Testatindustrie durcheinander. Eine exklusive Untersuchung identifiziert die potenziellen Gewinner und analysiert die neue Marktordnung.
First Partner: Petra Justenhoven stürzte im Dezember PwC-Anführer Ulrich Störk und dirigiert nun den größten deutschen Prüfungs- und Beratungskonzern

First Partner: Petra Justenhoven stürzte im Dezember PwC-Anführer Ulrich Störk und dirigiert nun den größten deutschen Prüfungs- und Beratungskonzern

Was am frühen Abend des 6. Dezember aus der PwC-Zentrale in der Frankfurter Friedrich-Ebert-Anlage nach außen dringt, kommt einem Akt der Rebellion gleich. Etwas mehr als die Hälfte der exakt 626 stimmberechtigten Partner verweigert ihrem Anführer Ulrich Störk (52) die Gefolgschaft. Auf den Thron des "First Partner" hieven sie stattdessen Petra Justenhoven (54). Dem großen Knall folgt bei Deutschlands Marktführer unter den Wirtschaftsprüfern eine geradezu lähmende Stille.

Die neue Nummer eins ist zwar gewählt, die Schaltzentrale aber noch vom Ancien Régime besetzt. Die Alten können nicht mehr, und die Neuen dürfen noch nicht. Bis Anfang Juli, so verlangen es die selbst gesetzten Regeln, kann Störk die Übergabe der Geschäfte an Justenhoven hinausschieben und das Patt verlängern.

Geeinigt haben sich Justenhoven und Störk auf einen unausgesprochenen Waffenstillstand. Er bot ihr noch vor dem Votum auf der Partnerversammlung für den Fall seines Sieges die weitere Zusammenarbeit an. Sie hielt sich nach ihrer Wahl mit der Verkündung weitreichender Pläne zurück. Tatsächlich aber dürfte es sich nur noch um die Konditionen drehen, zu denen er geht und zu denen sie übernehmen darf.

Bis dahin werden sich die Lager weiter belauern: das Lager Störk aus den jüngeren Partnern und Vertretern der Consultingeinheit auf der einen Seite, das Lager Justenhoven mit den Partnern aus der Transaktionsberatung, denen Justenhoven eine unabhängige Einheit versprochen hat, samt der Fraktion der Wirtschaftsprüfer, die sie nahezu komplett hinter sich versammelt hat, auf der anderen. Gescheitert ist Störk auch am Grundkonflikt, der sich in ähnlicher Form durch die Formationen sämtlicher großer Prüfungs- und Consultinghäuser zieht. Wachstumsraten und Gewinnmargen der immer stärker regulierten Prüfer können schon lange nicht mehr mit der Geschwindigkeit und den Spannen mithalten, die von den Consultants vorgelegt werden.

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