Ermittlungen vor Börsengang in USA Peking nimmt Fahrdienstvermittler Didi ins Visier

Erst Alibaba, dann Tencent, jetzt Didi Chuxing - noch vor dem geplanten Mega-Börsengang in den USA bekommt der chinesische Fahrdienstvermittler offenbar erhebliche Probleme mit den Behörden in Peking.
Cheng Wei: Der Chef und Gründer des Fahrdienstvermittlers Didi Chuxing sieht sich Ermittlungen der chinesischen Wettbewerbsbehörden ausgesetzt

Cheng Wei: Der Chef und Gründer des Fahrdienstvermittlers Didi Chuxing sieht sich Ermittlungen der chinesischen Wettbewerbsbehörden ausgesetzt

Foto: SUN YILEI / REUTERS

Die chinesische Wettbewerbsbehörde SAMR hat Insidern zufolge Ermittlungen gegen den Fahrdienstvermittler und Uber-Konkurrenten Didi Chuxing wegen Kartellverstößen aufgenommen. Das sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe darum, ob Didi kleinere Konkurrenten wettbewerbswidrig verdrängt habe. Zudem werde ein Blick auf den Zahlmechanismus in Didis Hauptgeschäft - dem Fahrdienst - geworfen. Die Volksrepublik zieht seit einigen Monaten verschärft die Zügel bei Firmen an, die in der sogenannten Plattform-Ökonomie tätig sind und hat sich unter anderen schon Alibaba und Tencent vorgeknüpft.

Didi bereitet gerade seinen Börsengang in den USA vor und könnte dort die größte Neuemission des Jahres auf das Parkett legen. Didi lehnte eine Stellungnahme ab. SAMR war laut Reuters zunächst nicht erreichbar. In dem Börsenprospekt hatte Didi von Gesprächen mit den Wettbewerbshütern und der Verpflichtung zu einer Selbstinspektion berichtet und darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse die Behörde möglicherweise nicht zufriedenstellen könnten und deswegen Strafen drohen könnten.

Das "Wall Street Journal " hatte kürzlich unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet, dass Didi bei dem geplanten Börsengang eine Gesamtbewertung von mehr als 70 Milliarden Dollar (57,5 Milliarden Euro) anpeile. Damit dürfte es einer der größten Tech-Börsengänge des Jahres werden. Didi hatte im vergangenen Jahr allerdings einen erheblichen Umsatzrückgang auf 21,6 Milliarden Dollar verkraften müssen, wie wiederum aus den vor einer Woche bei der SEC eingereichten Dokumenten hervorgeht. Grund dürften starke Geschäftseinbußen aufgrund der Corona-Pandemie gewesen sein. Vorher hatte Didi deutliches Wachstum verzeichnet.

rei/Reuters
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