Milliarden von der Wall Street Bundesliga spricht mit acht Investoren über Einstieg

Um international konkurrenzfähig zu bleiben, will die Fußball-Bundesliga Investoren ins Boot holen. DFL-Chefin Donata Hopfen spricht Insidern zufolge mit acht Wall-Street-Firmen. Der Rechte-Deal soll Milliarden einbringen.
Milliardengeschäft Bundesliga: Szene des Spiels Bayern München gegen VfB Stuttgart am vergangenen Samstag in der bayerischen Hauptstadt

Milliardengeschäft Bundesliga: Szene des Spiels Bayern München gegen VfB Stuttgart am vergangenen Samstag in der bayerischen Hauptstadt

Foto: IMAGO / IMAGO/ActionPictures

Acht Finanzinvestoren wollen Insidern zufolge bei der Fußball-Bundesliga einen Fuß in die Tür bekommen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die eine Beteiligung von bis zu 20 Prozent an den in- und ausländischen Vermarktungsrechten der Bundesliga verkaufen will, habe die Beteiligungsgesellschaften CVC, KKR, EQT, Blackstone, Advent, Bain Capital, Bridgepoint und Silver Lake zu Gesprächen eingeladen, die in der nächsten Woche abgeschlossen werden sollen, sagten vier mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Weitere Interessenten könnten aber noch dazukommen, sagte ein Insider. Das Fachmagazin "kicker" nannte auch den Formel-1-Eigentümer Liberty Media als Interessenten.

DFL-Chefin Donata Hopfen (46) will mit der Kapitalspritze die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga im Konkurrenzkampf mit den Ligen in Spanien und England sichern. Die spanische und die französische Liga hatten mit dem Teilverkauf der Medienrechte an CVC zuletzt jeweils Milliarden erlöst. Der Rechteverkauf an der Bundesliga könnte bis zu 3,6 Milliarden Euro einbringen. Die DFL hofft auf eine Bewertung zwischen 15 und 18 Milliarden Euro, je nachdem, wie das zu verkaufende Paket genau aussieht.

Auf mehr Klarheit darüber hoffen die Interessenten, wenn die DFL die offizielle Ausschreibung startet. Ende Oktober sollen die Infopakete an die potenziellen Käufer verschickt werden, wie die Insider sagten. Bis Dezember sollen sie unverbindliche Offerten vorlegen. Eine endgültige Entscheidung wird nicht vor März erwartet. Zunächst darf ein kleinerer Kreis von Bietern in die Bücher schauen, im Januar oder Februar sind dann endgültige Gebote fällig. Das letzte Wort hat die Mitgliederversammlung aller 36 Profiklubs, die für März geplant ist.

Die DFL wollte sich zum Zeitplan und den Bietern nicht konkret äußern. "Im Zuge verschiedener Überlegungen zur Zukunft des deutschen Profifußballs wird unter anderem die Option einer strategischen Partnerschaft geprüft, die Wachstumskapital und Know-how auf Zukunftsfeldern bringt", bekräftigte ein Sprecher der Liga-Gesellschaft. "Hierzu wird, wie angekündigt, derzeit ein formaler Prozess aufgesetzt." Ziel sei es, in den kommenden Monaten eine Vorlage für die Vereine zu erarbeiten. Organisiert wird der Verkaufsprozess Finanzkreisen zufolge von den Investmentbanken Nomura und Deutsche Bank.

Mit dem Plan, Investoren nur für die Auslandsrechte ins Boot zu holen, hatte sich die DFL bei den Vereinen zuletzt eine Abfuhr geholt. Das hätte rund 500 Millionen Euro eingebracht. In den vergangenen Monaten mehrten sich allerdings die Stimmen bei den Vereinsmanagern, die dem Erschließen neuer Geldquellen das Wort reden, um den Wettbewerbsnachteil zu mindern, den die Bundesliga durch die "50+1-Regel" hat. Diese unterbindet einen Verkauf ganzer Klubs an Investoren.

cr/Reuters
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