GD Towers Deutsche Telekom verkauft Funkturm-Sparte an US-Finanzinvestoren

Nach dem Rückzug des spanischen Cellnex-Konzerns haben zwei US-Finanzinvestoren das Rennen um die Funktürme der Deutschen Telekom für sich entschieden. Der Deal spült CEO Tim Höttges rund elf Milliarden Euro in die Kasse.
Funkturm am Alexanderplatz: Telekom-Chef Tim Höttges will mit dem Milliardenerlös aus dem Funkturm-Geschäft die Schulden des Konzerns abbauen sowie den Anteil an der Tochter T-Mobile US ausbauen

Funkturm am Alexanderplatz: Telekom-Chef Tim Höttges will mit dem Milliardenerlös aus dem Funkturm-Geschäft die Schulden des Konzerns abbauen sowie den Anteil an der Tochter T-Mobile US ausbauen

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Die Deutsche Telekom verkauft die Mehrheit an ihrem Funkturmgeschäft GD Towers an ein nordamerikanisches Investorenduo. Ein Anteil von 51 Prozent soll an den kanadischen Finanzinvestor Brookfield und den US-amerikanischen Infrastrukturinvestor Digital Bridge gehen, wie das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag in Bonn mitteilte. Die restlichen 49 Prozent will der Konzern weiter halten. Sofern die Behörden grünes Licht geben, soll die Transaktion noch bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Die Telekom-Aktie  legte zuletzt leicht zu.

Den Unternehmenswert von GD Towers bezifferte die Telekom auf 17,5 Milliarden Euro ohne Schulden und Barmittel. Den geschätzten Barmittelzufluss in Höhe von 10,7 Milliarden Euro will Konzernchef Tim Höttges (59) nutzen, um den Schuldenberg ein Stück weit abbauen und sich noch schneller die Mehrheit an der Tochter T-Mobile US zu sichern. "Wir machen den Wert unseres Funkturmgeschäfts sichtbar und schaffen damit Wert für unsere Aktionäre", sagte Höttges.

Mit rund 800 Beschäftigten vermietet das Funkturmgeschäft GD Towers mehr als 100.000 Funktürme an rund 40.000 Standorten in Deutschland und Österreich. Das Unternehmen erzielte 2021 der Telekom zufolge einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro, der bereinigte operative Ertrag lag bei rund 640 Millionen Euro.

Telekom kann nun weiter mitentscheiden

In der Funkturmbranche herrscht seit einiger Zeit viel Dynamik – auch weil der 5G-Netzaufbau und die zunehmende Digitalisierung für eine hohe Nachfrage sorgen. Infrastrukturanbieter können einfacher als Mobilfunkkonzerne die Masten am Boden und auf Hausdächern an mehrere Nutzer gleichzeitig vermieten, was über Jahre hinweg wiederkehrende Einnahmen und planbare Investitionen verspricht. Deswegen haben Konzerne wie Vodafone und Telefónica bereits vor einiger Zeit ihre Funktürme ausgegliedert oder verkauft.

Auch das Telekom-Geschäft rund um die Funktürme hatte zahlreiche Interessenten auf sich gezogen. Neben einem Zusammenschluss der Finanzinvestoren KKR, GIP und Stonepeak hatte auch der Cellnex-Konzern seinen Hut in den Ring geworfen. Dabei galten die Spanier lange Zeit als Favorit , unter anderem wegen ihrer Marktführerschaft in Europa und den bereits vorhandenen Zusammenarbeiten mit der Telekom. Am Mittwoch hatte sich Cellnex allerdings aus dem Bieterwettstreit zurückgezogen.

Letztlich konnten sich die beiden Unternehmen aus Nordamerika auch deshalb durchsetzen, weil deren Offerte es der Telekom möglich macht, weiter ein gewichtiges Wort in dem Geschäft mitzusprechen. Zudem kann sie mit ihrem Minderheitsanteil von künftigem Wachstum profitieren.

mg/dpa-afx, Reuters
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