"Kehrtwende zu operativem Wachstum" Die neue Wachstums-Story der Deutschen Telekom

Neben dem Börsenliebling T-Mobile US hat die Deutsche Telekom noch drei weitere börsennotierte Töchter. Doch auch ohne die vier Töchter liefern die Bonner seit 18 Monaten wachsende Umsätze, lobt die US-Bank JPMorgan: Zeit, die Telekom wieder als "Wachstumswert" zu sehen.
Telekom-Chef Tim Höttges: Er hat es doch schon immer gesagt

Telekom-Chef Tim Höttges: Er hat es doch schon immer gesagt

Foto: Oliver Berg/ dpa

Eine optimistische Studie der US-Bank JPMorgan hat den Aktienkurs der Deutschen Telekom  angetrieben. Das Papier der Telekom setzte am Donnerstag seine Klettertour mit einem Plus von 1,5 Prozent fort, nachdem es bereits am Mittwoch um 5 Prozent auf 15,37 Euro angezogen war. Damit notiert die T-Aktie auf dem höchsten Niveau seit mehr als 6 Monaten. Anlass für die Kursrallye: JPMorgan-Analyst Akhil Dattani nahm die Bewertung der T-Aktie mit "Overweight" und einem Kursziel von 23 Euro wieder auf - das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, denn seit mehr als 5 Jahren pendelt die Aktie der Telekom in einem Korridor zwischen 14 und 18 Euro (im März 2020 fiel die Aktie im Zuge des Corona-Crashs auf 11,20 Euro, erholte sich aber rasch wieder). Der Grund für Dattanis Optimismus: Der Bonner Telekomkonzern biete wieder Wachstumspotenzial, was sich im Kurs bislang aber nicht widerspiegele.

Selbst ohne den starken Wertzuwachs der Tochter T-Mobile US seit Jahresbeginn hinke die Kursentwicklung der T-Aktie der operativen Geschäftsentwicklung des Stammunternehmens hinterher. Die vier börsennotierten Töchter herausgerechnet - und hier vor allem die US-Mobilfunktochter -, sei die Bewertung des Stammunternehmens in diesem Jahr um fast die Hälfte gesunken. Das aber passe nicht zu der strukturellen Kehrtwende hin zu operativem Wachstum (Ebitda), die die Telekom vollzogen habe. Die Markterwartungen in puncto Gewinnentwicklung erschienen daher zu niedrig.

Mittlerweile habe das Stammunternehmen - ohne die vier börsennotierten Töchter T-Mobile US, OTE, Magyar und Hvratska - bereits sechs Quartale in Folge Umsatzwachstum geliefert und damit die Markterwartungen bereits höher getrieben.

Weiterer Rückenwind durch T-Mobile US - auch nach Fusion mit Sprint

Zu T-Mobile US äußerte sich der JPMorgan-Experte besonders positiv. Die bedeutendste der Töchter, an der die Telekom derzeit etwas mehr als 43 Prozent hält und diese über eine Stimmrechtsvereinbarung kontrolliert, sei lange Zeit die Hauptattraktion für ein Investment in die Aktien der Telekom gewesen, schrieb er und lobte deren "einzigartige Wachstumsstory". T-Mobile US habe über die vergangenen fünf Jahre hinweg eine 186-prozentige Gesamtrendite geliefert und überzeuge weiterhin mit Wachstum. Dattani sieht zudem unverändert strukturellen Rückenwind für T-Mobile US sowie Vorteile durch den Zusammenschluss mit dem US-Wettbewerber Sprint.

Die Konsolidierung der Sprint-Übernahme war es auch, weshalb Analyst Jean-Michel Salvador von AlphaValue/Baader seine Ergebnisschätzungen je Aktie (EPS) für die Jahre 2020 und 2021 des Mutterkonzerns Telekom überarbeitete. Die höheren EPS-Erwartungen führten in der Folge zur Kurszielanhebung von 17,90 auf 18,10 Euro und der Hochstufung der Telekom-Aktie auf "Buy".

la/dpa
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