Erfolg in USA und Deutschland Telekom erhöht die Dividende

Zum dritten Mal in diesem Jahr erhöht die Deutsche Telekom ihre Gewinnerwartung. Mehr als drei Milliarden Euro will der Konzern an die Aktionäre ausschütten.
Crescendo: Telekom-Chef Tim Höttges sieht sein Geschäft "noch besser als erwartet"

Crescendo: Telekom-Chef Tim Höttges sieht sein Geschäft "noch besser als erwartet"

Foto: Andreas Rentz / Getty Images

Die Deutsche Telekom ist dank guter Geschäfte diesseits und jenseits des Atlantiks noch zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Es werde nun mit einem bereinigten Betriebsergebnis ohne Leasingaufwendungen (Ebitda AL) von rund 38 Milliarden Euro (zuletzt mindestens 37,2 Milliarden Euro) gerechnet, teilte der Bonner Dax-Konzern am Freitag mit, der damit bereits zum dritten Mal in diesem Jahr seine Prognose anhebt. Die nun vorhergesagten 38 Milliarden Euro entsprechen einem Plus auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr von drei Milliarden Euro und sind eine Milliarde Euro mehr als zum Jahresstart noch in Aussicht gestellt wurden.

"Unsere Geschäfte laufen noch besser als erwartet", sagte Firmenchef Timotheus Höttges (59). Mit der Prognoseanhebung folgt die Deutsche Telekom der US-Tochter T-Mobile US, die erst kürzlich ihre Erwartungen erhöht hatte. Zu Gute kommt T-Mobile US unter anderem die schneller als erwartete Zusammenführung des Geschäfts mit dem im vergangenen Jahr übernommenen Konkurrenten Sprint.

Die T-Aktie  legte am Freitagmorgen fast 3 Prozent zu und zog den Dax auf ein neues Rekordhoch.

Im dritten Quartal verdiente die Telekom laut einer am Freitag veröffentlichten Übersicht der Wirtschaftsprüfungsfirma EY den höchsten operativen Gewinn (Ebit) unter den 40 Dax-Unternehmen: 3,5 Milliarden Euro. Die von der Telekom bevorzugte Messzahl des bereinigten Ebitda AL legte leicht um 0,2 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro zu. Dabei lief es vor allem auf dem Heimatmarkt Deutschland rund, wo das bereinigte Betriebsergebnis - auch dank zahlreicher Neukunden - um 3,9 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro kletterte. Der Konzernumsatz stieg bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte um 2,1 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro, lag damit aber unter den Erwartungen von Analysten. Mehr als 60 Prozent steuert dabei die US-Tochter T-Mobile zu.

Dividende steigt um vier Cent je Aktie

Am Donnerstagabend beschloss der Vorstand, mehr Geld an die Aktionäre auszuschütten. Die Dividende soll für das laufende Geschäftsjahr um vier Cent auf 64 Cent je Aktie steigen. Die geplante Ausschüttungssumme für 2021 betrage 3,19 Milliarden Euro, verglichen mit 2,85 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2020. Davon profitiert der Bund, der mit 30,5 Prozent weiterhin größter Einzelaktionär ist, aber auch der japanische Technologieinvestor Softbank, der inzwischen mit 4,5 Prozent zum zweitgrößten privaten Aktionär bei den Bonnern aufgestiegen ist. Ein entsprechender Deal von September bringt die Deutsche Telekom näher an die langfristig benötigte Mehrheit bei T-Mobile US heran.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasingkosten (Ebitda AL) blieb im Konzern mit knapp 9,7 Milliarden Euro nahezu stabil. Das ist unter anderem einer neuen Bilanzierungsmethode der US-Tochter T-Mobile für die Vermarktung von Endgeräten geschuldet: Statt diese zu vermieten, sollen Kunden ihre Smartphones per Ratenzahlung begleichen. Zudem belasteten weiter Kosten bei T-Mobile US infolge des Erwerbs und der Integration von Sprint. Analysten hatten allerdings weniger auf dem Zettel gehabt. Unterm Strich stieg der Nettogewinn um 8,8 Prozent auf 889 Millionen Euro.

In Deutschland stieg der Umsatz im dritten Quartal um 2,5 Prozent auf sechs Milliarden Euro. Grund sei die "anhaltend positive Kundenentwicklung". Im Breitbandsegment hätten sich etwa 90.000 zusätzliche Personen für Produkte des Konzerns entschieden. Mehr als 70 Prozent der Telekom-Breitbandkunden nutzten zudem glasfaserbasierte Angebote.

Besonders auffällig entwickelte sich hingegen der freie Mittelzufluss im dritten Quartal, der mit rund 2,9 Milliarden Euro deutlich über den Erwartungen der Analysten lag. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht der jetzige Wert einem Plus um fast 80 Prozent. Ein Konzernsprecher erläuterte, der extreme Zuwachs sei fast ausschließlich auf das operative Geschäft zurückzuführen. Mit knapp 8,3 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten liegt die Deutsche Telekom bereits jetzt über ihrem bisherigen Jahresziel für den freien Mittelzufluss, weswegen die Prognoseanhebung kaum verwundert.

ak/Reuters, dpa-afx
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