CEO-Wechsel in 2023 Post-Aufsichtsrat bestimmt Tobias Meyer als Nachfolger für Frank Appel

Tobias Meyer, bis jetzt Chef des deutschen Brief- und Paketgeschäfts, soll Post-Chef Frank Appel nachfolgen. Die McKinsey-Ära bei der Deutschen Post geht damit weiter.
Tobias Meyer: Der einstige McKinsey-Mann räumte den Bereich Post & Paket in Deutschland auf, woran sein Vorgänger gescheitert war. Jetzt soll Meyer Vorstandschef werden.

Tobias Meyer: Der einstige McKinsey-Mann räumte den Bereich Post & Paket in Deutschland auf, woran sein Vorgänger gescheitert war. Jetzt soll Meyer Vorstandschef werden.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Die Deutsche Post bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Frank Appel (60) soll im Mai 2023 vom bisherigen Post & Paket-Deutschlandchef Tobias Meyer (47) abgelöst werden, teilte der Dax-Konzern  am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Nach Informationen von manager magazin strebt Appel den Vorsitz des Aufsichtsrats bei der Deutschen Telekom an  - als Nachfolger für Ulrich Lehner (75). Dieses Mandat könnte er im Frühjahr nächsten Jahres bekommen.

Appel kam 2008 auf den Chefposten bei der Post, so lang ist kaum ein anderer Vorstandsvorsitzender eines Dax-Konzerns im Amt – nur Joachim Kreuzburg vom Laborausrüster Sartorius ist schon seit 2005 in der Funktion. Unter Appels Regie wuchs der Konzern kräftig. Zuletzt hob das Unternehmen mehrfach nacheinander die Gewinnprognose an. Der Boom im Online-Handel und zuletzt die Folgen der Corona-Pandemie sorgten für einen starken Nachfrageanstieg bei Paketen. Das Briefgeschäft schrumpft zwar wegen der Digitalisierung, ist aber ebenfalls profitabel.

Die McKinsey-Ära bei der Deutschen Post geht weiter

Appels designierter Nachfolger ist mit 47 Jahren im Dax-Vergleich ein ziemlicher Youngster. Meyer ist seit 2013 im Konzern, davor war er zwölf Jahre bei McKinsey – wo auch Appel und dessen Vorgänger Klaus Zumwinkel (77) für Top-Jobs in einem Dax-Konzern gestählt wurden. Die McKinsey-Ära bei der Deutschen Post geht damit also weiter.

Post-Aufsichtsratschef Nikolaus von Bomhard (65) nannte Meyer einen "ausgewiesenen Kenner des Konzerns". "Er ist die ideale Besetzung, um den eingeschlagenen Kurs erfolgreich weiterzuführen." Meyer hat sich damit qualifiziert, dass er den immer noch potenziell sehr lukrativen Bereich Post & Paket in Deutschland aufgeräumt hat. Vorgänger Jürgen Gerdes (57) hatte sich mit zahlreichen Nebengeschäften verzettelt und musste gehen.

Ursprünglich lief Appels Vertrag bis Herbst 2022. Nun wird dieser Vertrag um ein halbes Jahr verlängert, und zwar bis zur Hauptversammlung im Mai 2023. Dann soll Appel die Führung an Meyer übergeben. "Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, mich nicht mehr für eine weitere volle Amtszeit zur Verfügung zu stellen", sagte Appel. Mit Meyer übernehme "ein Top-Manager und großartiger Kollege": "Ich könnte mir keinen besseren Nachfolger vorstellen."

Meyer übergibt seine jetzige Funktion als Vorstand für Post & Paket Deutschland im Juli 2022 an Nikola Hagleitner, die bisher Vertriebschefin dieses Konzernbereichs ist. Sie wird damit zweite Frau im Vorstand des Konzerns. Dann übernimmt Meyer die Konzernentwicklung (Global Business Services) von Appel, um im darauffolgenden Frühjahr auf dem Chefsessel im Bonner Post-Tower Platz zu nehmen. Auch Finanzchefin Melanie Kreis (50) war als mögliche neue Post-Chefin gehandelt worden. Doch Kreis sei mit ihrer Position im Konzern vollauf zufrieden, heißt es aus Kreisen des Konzerns.

Die Deutsche Post DHL hat weltweit rund 570.000 Beschäftigte, davon sind 200.000 im Konzernbereich Post & Paket Deutschland tätig. Neben der Zustellung von Briefen und Paketen gibt es auch Konzernbereiche für Frachtgut, Expresszustellungen und Lieferketten.

rei/dpa-afx
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