Prognose angehoben Deutsche Post jagt weiter Gewinnrekorde

Der Paketboom war Ende 2020 noch stärker als erwartet. Die Deutsche Post hat daher ihre Gewinnprognose deutlich übertroffen und hebt sie für 2021 und 2022 an.
Ungebrochener Boom: Container auf dem Gelände des DHL-Paketzentrums in Bochum

Ungebrochener Boom: Container auf dem Gelände des DHL-Paketzentrums in Bochum

Foto: Marcel Kusch/ dpa

Die Deutsche Post geht dank der anhaltend guten Geschäftslage in der Corona-Pandemie noch selbstbewusster in die Folgejahre. Nachdem vor allem der vom Onlinehandel ausgelöste Paketboom zum Jahresende beschleunigt hochschnellen ließ, rechnet Post-Chef Frank Appel (59) für die kommenden beiden Jahre mit noch mehr operativem Gewinn als 2020, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Bonn mitteilte.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei im abgelaufenen Jahr auf 4,8 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Post mit. In Aussicht gestellt hatte die Post mit ihrer zuletzt im Oktober angehobenen Prognose 4,1 bis 4,4 Milliarden. Dabei hat die Post noch Sondereffekte von 600 Millionen Euro verkraftet. Allein im vierten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft legte das Ebit um mehr als die Hälfte auf 1,96 Milliarden Euro zu. Der Umsatz des Logistikkonzerns kletterte im Gesamtjahr um 5 Prozent auf 66,8 Milliarden Euro, getrieben von einem Plus von 13 Prozent in den letzten drei Monaten.

Anleger zeigten sich erfreut. Der Aktienkurs  kletterte bis auf 42,19 Euro hinauf. Für mehr reichte es gleichwohl nicht, somit blieb das vor zwei Monaten erreichte Rekordhoch von 43,50 Euro erst einmal unangetastet. Zuletzt belief sich das Plus auf 2,3 Prozent auf 41,88 Euro, womit die Post-Aktie unter den Favoriten im Dax war. Die Aktie hatte im vergangenen Jahr einen starken Lauf, seit dem Corona-Krisentief im März hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

2021 soll das Ergebnis über dem um Sondereffekte bereinigten Wert von 5,4 Milliarden Euro im Vorjahr liegen. 2022 soll es dann noch einmal steigen. Zuletzt lag die Prognose für 2022 bei lediglich 5,3 Milliarden Euro Ebit - und das im optimistischsten Szenario der Planungen. Auch beim Zufluss freier Finanzmittel ist die Post nun optimistischer. Einen detaillierten Ausblick will das Unternehmen am 9. März geben.

Expansion mit neuen Frachtflugzeugen

Die Post-Tochter DHL Express hat acht weitere Frachtflugzeuge vom Typ Boeing 777F bestellt. Die Investition sei ein weiterer Schritt beim Ausbau des interkontinentalen Luftfrachtnetzes des Logistikkonzerns, teilte die Post mit. Der Konzern wolle damit der schnell wachsenden Kundennachfrage auf den internationalen Expressversandmärkten gerecht werden. Die ersten Maschinen sollen bereits 2022 ausgeliefert werden.

"Obwohl die gegenwärtige Gesundheitskrise viele Lebensbereiche zum Stillstand gebracht hat, gibt es beim Welthandel keine Pause", betonte DHL-Express-Chef John Pearson. Dank der anhaltenden Digitalisierung sei das weltweite E-Commerce-Volumen des Unternehmens im vierten Quartal um mehr als 40 Prozent gewachsen.

DHL Express führt mit einer Flotte von mehr als 260 Flugzeugen und 17 Partnerairlines jeden Tag über 600 Flüge in 220 Länder und Territorien durch. Bereits 2018 hatte DHL Express 14 Maschinen desselben Typs bestellt, zehn davon sind inzwischen im Dienst. Die Boeing 777F hat eine Reichweite von 9200 Kilometern und kann ein maximales Frachtvolumen von 102.000 Kilogramm transportieren.

Das Geschäftsmodell der Post habe sich auch in turbulenten Zeiten als widerstandsfähig erwiesen, sagte Konzernchef Appel. Jetzt konzentriere sich der Konzern auf den Transport des Covid-19-Impfstoffes auf der ganzen Welt.

ak/dpa-afx, Reuters
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