Trotz Corona-Krise und Schulden Deutsche Bahn stellt 25.000 Menschen ein

Die Belegschaft der Deutschen Bahn ist überaltert, vor allem in technischen Berufen fehlt es an Personal. So muss der Staatskonzern dieses Jahr Tausende neue Leute einstellen - trotz Rekordverschuldung.
Jung und technisch versiert: Die deutsche Bahn muss ihre alternde Belegschaft ersetzen, neue Frauen und Männer werden insbesondere mit einer technischen Expertise werden gesucht

Jung und technisch versiert: Die deutsche Bahn muss ihre alternde Belegschaft ersetzen, neue Frauen und Männer werden insbesondere mit einer technischen Expertise werden gesucht

Foto: Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn stellt inmitten der Coronavirus-Krise in diesem Jahr neue Mitarbeiter auf Rekordniveau ein. Man habe jetzt der 25.000 Frauen und Männern eine Zusage gegeben, sagte Personalvorstand Martin Seiler (56) am Donnerstag. Darunter seien 4700 Auszubildende.

Der Staatskonzern stellt damit 2020 noch mehr Mitarbeiter ein als 2019, als es gut 23.000 waren. In den vergangenen drei Jahren habe es damit 70.000 neue Beschäftigte bei der Bahn gegeben, sagte Seiler. Allein dieses Jahr habe man 400.000 Bewerbungen erhalten.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 330.000 Mitarbeiter, davon gut 200.000 in Deutschland. Die Belegschaft ist überaltert, gerade in den technischen Berufen fehlt es an Personal. In einem Beschäftigungsbündnis mit Bund und Gewerkschaft war dieses Jahr festgelegt worden, dass trotz der Krise nicht bei den Einstellungen gespart wird.

Dieses Jahr wird die Bahn unterm Strich rund 5,6 Milliarden Euro Verlust einfahren, und Konzernunterlagen zufolge wird auch im nächsten Jahr ein Milliarden-Minus erwartet. Entsprechend rechnet der Konzern mit einem weiteren Schuldenanstieg auf fast 33 Milliarden Euro bis 2023. Das ist annähernd wieder so viel, wie Bundesbahn und frühere DDR-Reichsbahn in ihrer Endphase auftürmten. 1994 wurden beide vereint und vom Steuerzahler komplett entschuldet.

Zumindest operativ will der hochverschuldete Konzern 2022 wieder in die schwarzen Zahlen zurückkkehren. So erwartet das Management um Vorstandschef Richard Lutz (56) wieder einen Betriebsgewinn von gut einer Milliarde Euro, der sich bis 2025 auf gut zwei Milliarden Euro steigern soll.

rei/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.