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Der gerechte Verriss

mm-Autor Holger Rust ärgert sich über ein verquastes Erbauungstraktat.
aus manager magazin 8/2002

Gertrud Höhler verspürt Hunger nach Sinn. Nicht bei sich. Nein - in deutschen Unternehmen. Und so raunt sie der offensichtlich orientierungslosen Führungselite ein Rezept ins Ohr: Sinn-Management. Wie das geht? Work-Life-Balance; mehr Sport treiben, um Glückshormone zu aktivieren; Vertrauen schenken - die ganze Palette von Schlagwörtern und Nichtigkeiten aus den Guru-Seminaren der letzten Jahre.

Kurz: Nichts Neues auf 367 Seiten voller quälender Spruchweisheiten. Das Fazit ist so verquast wie der ganze Text: "Nicht die Herrscher, sondern die Hirten sind die besseren Leader." Niemand, der bis dahin durchgehalten hat, wundert sich, dass am Ende auch noch Jesus als Vorbild für Manager auftritt. Das Buch mutet an wie ein religiöses Traktat aus den 50er Jahren. Die eingestreuten Bildchen im Stil alter Grundschulfibeln verstärken diesen Eindruck nachhaltig.

Höhler, Gertrud: "Die Sinn-Macher. Wer siegen will, muss führen"; Econ, München 2002, 367 Seiten, 25 Euro.

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