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Absteiger Der Flieger

Wer will Andreas Danyliuk?
Von Klaus Boldt
aus manager magazin 9/2001

Wer einen Kiesel auf die deutsche Werbeszene wirft, trifft vermutlich eine Agentur, in der ein Andreas Danyliuk (51) schon einmal gearbeitet hat. Wie kommt das? Niemand weiß es. Es ist eines dieser Wunder, die es im Reklamewesen geben soll.

Volkswirt Danyliuk wirkte fast überall mit, wo Gehalt und Firmenname sich prima hochschaukeln, bis Ende Juli fast ausschließlich in leitenden Positionen: als Deutschland-Chef von D'Arcy, zuvor bei McCann, Euro RSCG, BBDO, Scholz & Friends, Ogilvy & Mather, Michael Conrad & Leo Burnett. Hier endet das Archiv.

Nicht immer verließ Danyliuk seinen Arbeitsplatz freiwillig; diesmal dito: Sein Wirken bei D'Arcy war merkwürdig folgenlos geblieben.

Neben ungezählten werbefachlichen Qualitäten muss der Mann über eine rätselhafte Gabe verfügen, die ihn für Führungspositionen gleichzeitig prädestiniert und ungeeignet erscheinen lässt. Nun wüsste man auch natürlich gern: welche denn? Aber auch dies weiß niemand.

Durch all die Wechselei, vermuten Exkollegen, hätten sich in ihm automatisch so viele Erfahrungen angestaut, dass Reklamemultis mit spontaner Einstellung reagierten. Andere glauben, Danyliuk habe vergessen, für wen er gerade aktiv war. Zumal es schwierig ist, sich für jede Agentur ein frisches Profil auszudenken.

Nachfolger Norbert Lindhof (49) verfügt über einen großen Namen, auch weil er, wie Kritiker maulen, manchmal zu lange blieb: 1989 - Danyliuk war auch gerade da - hatte er bei Scholz & Friends angefangen und nicht mehr aufgehört. Klaus Boldt

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