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Umsteiger Der Erbe geht

Von Bank zu Bank.
Von Georg Jakobs
aus manager magazin 1/2003

Eigentlich war es bei der Dresdner Bank prächtig gelaufen für Klaus-Michael Geiger (40). Ohne Studium hatte er es bis zum IT-Vorstand gebracht. Und dann, Ende November 2002, nach 17 Jahren in der Bank und nur einem Jahr in der Topetage, ging der Mann plötzlich.

Was trieb ihn fort? Streit, Frust oder bloß der Reiz des Neuen? Von allem ein bisschen.

Geiger nervten ständige Meinungsverschiedenheiten

mit Friedrich Wöbking (52), seinem Fachkollegen bei der Mutter Allianz - und nun Nachfolger im Dresdner-Vorstand. Auch das Verhältnis zu Bankchef Bernd Fahrholz (55) war getrübt - nicht erst seit jenen Septembertagen, als Star-Investmentbanker Leonhard Fischer gehen musste. Geiger zählte zwar zur Fischer-Fraktion, hätte aber bleiben können. Vorstandssenior Horst Müller (64), heißt es in der Bank, habe in ihm seinen Erben gesehen. Und sogar Allianz-Boss Henning Schulte-Noelle (60) habe versucht, den Manager zu halten.

Erfolglos. Geiger plagten längst Zweifel und Unbehagen. Er sei, sagen Vertraute, mit der starken strategischen und operativen Einflussnahme des Versicherers auf die Bank nicht einverstanden gewesen.

Da traf es sich gut, dass WestLB-Chef Jürgen Sengera (59) einen IT-Vorstand suchte. Beide Herren verstanden sich sofort, und so tritt Geiger in wenigen Tagen in Düsseldorf an. Für Sengera bedeutet die Verpflichtung einen guten Fang; für Geiger, dessen neuer Arbeitgeber mitten im Umbruch steckt, einen Start ins Ungewisse. Georg Jakobs

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