Corona-Krise abgehakt Europas Fußball verdient wieder ordentlich Geld

Die Corona-Krise hatte den Profifußball mit Stadionschließungen und Spielpausen hart getroffen. Das ist nun Vergangenheit: Eine Studie zeigt, dass die Klubs bei Männern und Frauen auf altem Umsatzniveau zurück sind.
Grund zur Freude: Auch beim FC Bayern laufen die Geschäfte bei den Profi-Teams der Männer und der Frauen, die sich hier gemeinsam ablichten lassen, wieder besser

Grund zur Freude: Auch beim FC Bayern laufen die Geschäfte bei den Profi-Teams der Männer und der Frauen, die sich hier gemeinsam ablichten lassen, wieder besser

Foto: Peter Kneffel / dpa

Die Rückkehr der Fans in die Stadien hat den Umsatz des europäischen Fußball-Adels wieder auf das Niveau vor der Corona-Zeit gehievt. Laut der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte erzielten die 20 umsatzstärksten Topvereine bei den Männern in der Saison 2021/22 einen Gesamterlös von 9,2 Milliarden Euro. Dies entsprach einer Umsatzsteigerung von 13 Prozent im Vergleich zur vorherigen Saison (8,2 Milliarden Euro). Die Spieltagserlöse stiegen von 111 Millionen aus der Spielzeit 2020/21 auf 1,4 Milliarden Euro in der vergangenen Saison.

Das geht aus der 26. Auflage des Deloitte-Reports "Football Money League" hervor, der am Donnerstag in London veröffentlicht wurde. Die Rekordmarke aus der Saison 2018/19 von 9,3 Milliarden Euro wurde nur knapp verpasst. "Der europäische Fußball ist auf einem guten Weg. Möglicherweise kratzt der Gesamtumsatz der 20 umsatzstärksten europäischen Fußballklubs schon kommendes Jahr an der 10-Milliarden-Marke", sagte Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Group.

Die großen europäischen Frauenfußballklubs haben in der Saison 2021/22 einen durchschnittlichen Gewinn von 2,4 Millionen Euro eingefahren und bleiben damit weit hinter den Männerteams zurück. Das geht ebenfalls aus dem Deloitte-Report. 15 von 17 befragten Topvereinen gaben dabei Auskunft über die finanzielle Situation ihrer Frauenteams. Demnach erwirtschafteten diese einen Gesamtgewinn von rund 35,9 Millionen Euro.

Barcelonas Frauen verdienen am meisten

Die Frauenmannschaft des FC Barcelona hat laut Deloitte die höchsten Einnahmen der befragten Teams erzielt. Nach zwei Champions-League-Finalteilnahmen in den Jahren 2021 und 2022 konnte der Verein rund 7,7 Millionen Euro einnehmen. Dahinter folgen Manchester United (6 Millionen Euro), Manchester City (5,1 Millionen Euro) und Paris Saint-Gemain (3,6 Millionen Euro). Als einziges deutsches Team findet sich der FC Bayern München auf der Liste. Mit 1,7 Millionen Euro liegt der Verein im Mittelfeld auf Platz 8.

Anfang 2020 hatte die Corona-Pandemie auch den Profi-Fußball voll getroffen. In vielen Ländern fielen Spiele aus oder fanden ohne Zuschauer statt. Zudem fielen Medienerlöse weg. Dies führte insgesamt zu einem Einbruch beim Umsatz auch von Topklubs.

Bei den Herren rutschten der deutsche Rekordmeister Bayern München und Borussia Dortmund in der Geldrangliste ab: Die Münchner verloren mit einem Gesamtumsatz von 653,6 Millionen Euro (Vorsaison: 611,4 Millionen) drei Plätze und sind jetzt Sechster. Der BVB rangiert mit einem Umsatz von 356,9 Millionen Euro (337,6 Millionen) an 13. Stelle. Im Vorjahr waren die Westfalen Zwölfter. Bayern und Borussia sind die einzigen deutschen Klubs unter den ersten 20. Ein Grund für ihr Abrutschen ist, dass in anderen Ligen früher die Stadien geöffnet worden waren.

Die Premiere League dominiert die "Money League" erneut und ist gleich mit elf Klubs vertreten. Der englische Meister Manchester City blieb an der Spitze mit 731 Millionen Euro (644,9 Millionen). Im Spieljahr zuvor hatte sich der Verein von Trainer Pep Guardiola erstmals Platz eins der Fußball-Finanzriesen erobert. Zweiter ist weiter Real Madrid mit 713,8 Millionen Euro (640,7 Millionen). Neuer Dritter ist Jürgen Klopps FC Liverpool mit 701,7 Millionen Euro (550,4 Millionen).

Wie bei den Männern dominieren englische Vereine auch in der "Money League" der Frauen. Insgesamt neun Klubs sind aus der Premiere League vertreten. Daneben lassen sich drei spanische und je ein Verein aus Italien, Frankreich und Deutschland finden.

cr/dpa
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