Essenslieferdienst Delivery Hero schließt Übernahme von Glovo ab

Der Essenslieferant Delivery Hero kämpft derzeit mit sinkender Nachfrage und hohen Verlusten. Nun hat das Start-up den spanischen Wettbewerber Glovo übernommen.
Unbeirrt: Niklas Östberg (42), CEO und Gründer von Delivery Hero.

Unbeirrt: Niklas Östberg (42), CEO und Gründer von Delivery Hero.

Foto: Delivery Hero

Der spanische Wettbewerber Glovo gehört nun zum Essenslieferdienst Delivery Hero. Es seien alle Maßnahmen für den Abschluss der Transaktion ergriffen worden, wie das in Berlin ansässige Unternehmen mitteilte.

Jetzt stünden nur noch die Erhöhung des Aktienkapitals und die anschließende Zulassung der Aktien zum Handel aus. Danach hält Delivery Hero dann 94 Prozent der Aktien an dem spanischen Konzern, was in Form von Aktien mit rund 2,3 Milliarden Euro bewertet wurde.

Sinkende Nachfrage durch Corona-Lockerungen

Zusammen mit Glovo ist Delivery Hero in 74 Ländern auf vier Kontinenten unterwegs. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, hat sich der Lieferando-Konkurrent nach einem kurzen Intermezzo wieder aus dem deutschen Markt zurückgezogen. Nun will und muss Delivery Hero beweisen, dass sich mit den Auslieferung von Restaurantmahlzeiten auch Gewinne schreiben lassen und verspricht für kommendes Jahr operativ schwarze Zahlen. Analysten zufolge könnte die Übernahme des spanischen Anbieters dieses Vorhaben noch erschweren.

Es sind derzeit schwierige Zeiten für den Essenslieferanten: Die Aktie von Delivery Hero war Anfang des Jahres noch knapp 100 Euro wert, nun liegt sie bei rund 40 Euro. Wegen der schlechten Kursentwicklung musste das Berliner Start-up auch seinen Platz im Dax räumen. Zu margenarm ist das Geschäft mit Essenslieferungen. Zudem muss sich Delivery Hero in einer Branche durchsetzen, die unter den weltweiten Corona-Lockerungen leidet: Hatten im Lockdown noch zahlreiche Menschen online bestellt, wechseln nun viele wieder in die Gastronomie, wodurch die Nachfrage sinkt.

mje/ dpa-afpx
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