Ex-Chef der Commerzbank Martin Blessing soll Verwaltungsratschef der Danske Bank werden

Die von einem Geldwäscheskandal gebeutelte Danske Bank sucht einen neuen Chef für den Verwaltungsrat. Karsten Dybvad tritt nach drei Jahren Aufräumarbeiten zurück. Favorit für die Nachfolge ist Ex-Commerzbank-Chef und Ex-UBS-Banker Martin Blessing.

Martin Blessing: Erst Commerzbank, dann UBS - und bald Chefaufseher bei der Danske Bank

Martin Blessing: Erst Commerzbank, dann UBS - und bald Chefaufseher bei der Danske Bank

Foto: REUTERS / ARND WIEGMANN/ REUTERS

Der ehemalige Commerzbank-Chef und UBS-Top-Manager Martin Blessing (58) soll bei der Danske Bank den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen. Danske Bank werde Blessing als Nachfolger für Karsten Dybvad vorschlagen, der bei der nächsten Hauptversammlung zurücktrete, teilte Dänemarks größtes Geldhaus am Dienstag mit.

Dybvad war vor gut drei Jahren mit dem Ziel angetreten, Danske Bank nach dem milliardenschweren Geldwäscheskandal wieder auf Kurs zu bringen. Blessing war 2020 in den Danske-Verwaltungsrat eingezogen. Sollte er zum Chef des Gremiums gewählt werden, werde er dafür sorgen, dass sich die positive Entwicklung der Bank fortsetze, versprach der 58-Jährige.

"Ich fühle mich sehr geehrt, für den Verwaltungsratsvorsitz vorgeschlagen zu sein", schrieb Blessing. Er sei froh darüber, dass Dybvad der Bank weiterhin als Berater zur Seite stehe. Blessing war von 2008 bis 2016 Chef der Commerzbank. Er ging dann zur Schweizer Großbank UBS, wo er zunächst für das Schweizer Privatkundengeschäft zuständig war. 2018 wurde Blessing Co-Chef für die Kernsparte Vermögensverwaltung. Nach einer eher schwachen Entwicklung der Abteilung musste er nach nur drei Jahren bei der UBS seinen Hut nehmen.

Zuletzt war Blessing vor allem im Geschäft mit leeren Unternehmenshüllen (SPACs) in Erscheinung getreten.

Der Geldwäscheskandal der Danske Bank hatte die gesamte Branche erschüttert. Über die estnische Danske-Niederlassung wurden von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen in einem Volumen von 200 Milliarden Euro abgewickelt. Die Danske-Hauptversammlung ist für den 17. März geplant.

la/reuters
Mehr lesen über