Auf Druck von Investoren Danone setzt seinen Chef ab

Am Ende war der Druck der Investoren zu groß. Nachdem Danone die Macht von Emmanuel Faber beschnitten hatte, ist er jetzt auch den Job als Verwaltungsratschef los.
Emmanuel Faber: Jetzt muss der ehemalige Vorstandschef auch den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden abgeben

Emmanuel Faber: Jetzt muss der ehemalige Vorstandschef auch den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden abgeben

Foto: CHRISTIAN HARTMANN / REUTERS

Der französische Nahrungsmittelkonzern Danone gibt dem Druck von aktivistischen Aktionären nach und trennt sich von Vorstands- und Verwaltungsratschef Emmanuel Faber (57). Der Verwaltungsrat habe den Abgang von Faber mit sofortiger Wirkung beschlossen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Faber, der den Konzern seit 2014 führte, hatte Anfang des Monats angekündigt, er wolle sich als Vorstandschef zurückziehen, aber Chef des obersten Aufsichtsgremiums bleiben - daraus wird nun nichts.

Neuer Chef des Gremiums wird Gilles Schnepp (62), den Danone erst im Dezember in den Verwaltungsrat berufen hatte. Schnepp arbeitete bis 2020 für den Elektrotechnik-Konzern Legrand. Die Aktie  von Danone legte am Vormittag in Paris um 5,6 Prozent zu.

Gilles Schnepp: Welchen Kurs wird der neue Verwaltungsratsvorsitzende einschlagen?

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Foto: Vincent Isore / imago images / IP3press

Ein neuer Vorstandschef soll mit Hilfe einer internationalen Personalberatung erst noch gesucht werden. In der Zwischenzeit sollen Veronique Penchienati-Bosetta und Shane Grant als ihr Stellvertreter Danone operativ führen. Penchienati-Bosetta leitet bisher das Auslandsgeschäft, Grant ist für Nordamerika zuständig.

Mehrere aktivistische Investoren, allen voran Bluebell Capital, hatten Fabers Abgang und einen Umbau der Konzernspitze gefordert. Schnepp galt als ihr Favorit für den Chefposten im Verwaltungsrat. "Wir sind zuversichtlich, dass Danone unter der Führung von Schnepp wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zurückkehrt und die Nachhaltigkeit im Fokus behält", erklärte Bluebell bereits in der Nacht zum Montag. Die Investoren hatten Faber vor allem die unzureichende Aktienkurs-Entwicklung, die schleppende Umsatzentwicklung und einen zu strengen Sparkurs beim Marketing vorgeworfen.

Danone ist der weltgrößte Joghurt-Hersteller, dem Konzern gehört auch die Wassermarke Evian. Danone leidet in der Pandemie vor allem unter der Restaurantschließungen, die das Gastro-Geschäft belasten. Danone hatte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben  trotz Corona-Pandemie seinen Nettogewinn leicht auf 1,96 Milliarden Euro gesteigert. Die Erlöse allerdings waren um 6,6 Prozent auf rund 23,6 Milliarden Euro gefallen und der Aktienkurs  im Coronajahr um fast ein Drittel eingebrochen.

rei/Reuters