Coronavirus-Update Biontech investiert und stellt weiter ein

Biontech stellt rund 250 neue Mitarbeiter ein und plant Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro. Das RKI registriert unterdessen neue Höchststände an Infektionen. Die wichtigsten Corona-News im Überblick.
Stellenaufbau: Biontech plant 250 zusätzliche Stellen in Marburg

Stellenaufbau: Biontech plant 250 zusätzliche Stellen in Marburg

Foto: Michael Probst / AP

Das Biotechunternehmen Biontech baut seinen Standort Marburg weiter deutlich aus. Für dieses Jahr plant Biontech dort 250 zusätzliche Stellen sowie Investitionen von 50 Millionen Euro. Biontech hatte im Jahr 2020 das Werk in Marburg von Novartis mit 300 Mitarbeitern zur Ausweitung seiner Covid-19-Impfstoffproduktionskapazitäten übernommen und seither schon 200 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Wie viele Stellen Biontech in diesem Jahr konzernweit aufbauen will, kommentierte die Sprecherin nicht. Ein Gruppenausblick ist zur Veröffentlichung der Bilanz Ende März geplant.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg aufgehoben

Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Baden-Württemberg werden von Freitag an aufgehoben. Da dann in dem Land wieder die sogenannte normale Alarmstufe gelte, fielen die Sperren zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens weg, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Stuttgart. Zuerst hatte die "Schwäbische Zeitung" darüber berichtet.

Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, durften bisher in der Alarmstufe II nur aus zwingenden Gründen nachts das Haus verlassen. Die Ausgangsbeschränkung galt in Kreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von mindestens 500. Dieser Grenzwert ist in allen 44 Kreisen im Land überschritten.

Dreiviertel der Bürger mindestens einmal gegen Corona geimpft

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich erstmals für eine Corona-Impfung entscheiden, bleibt vergleichsweise gering. Bundesweit wurden am Dienstag mindestens 444.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Aber nur gut 37 000 davon erhielten Menschen, die bisher noch gar nicht geimpft waren. Bei knapp 71.000 handelte es sich um Zweitimpfungen, bei knapp 336 000 um Auffrischungsimpfungen.

Damit haben jetzt 75,6 Prozent der Bevölkerung – 62,8 Millionen Menschen – mindestens eine Impfdosis erhalten. Die Bundesregierung hatte als Ziel 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar ausgegeben. Das scheint zunehmend unrealistisch. Nicht geimpft sind laut RKI 24,4 Prozent, insgesamt 20,3 Millionen Menschen. Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

RKI registriert Höchststände bei Neuinfektionen und Inzidenz

Erstmals in der Corona-Pandemie sind binnen eines Tages mehr als 150,000 Neuinfektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Mittwochmorgen 164.000 Fälle in 24 Stunden. Am 19. Januar hatte die Zahl erstmals über 100.000 gelegen. Vor einer Woche waren es 112.323 erfasste Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz überschritt erstmals die Schwelle von 900: Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 940,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 894,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 584,4 (Vormonat: 220,7).

Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 166 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 239 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.035.795 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 4,07 (Montag 3,87) an.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 7.387.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.126.

mg/Reuters/dpa