Händler in Sorge Corona-Regeln verderben das Weihnachtsgeschäft

Eine Umfrage des Handelsverbands zeigt: 70 Prozent blicken negativ auf das Restjahr, viele haben das Weihnachtsgeschäft schon abgeschrieben. Der Verband kritisiert die 2G-Regelung scharf.
Umatzeinbrüche: Viele Händler blicken enttäuscht aufs Weihnachtsgeschäft

Umatzeinbrüche: Viele Händler blicken enttäuscht aufs Weihnachtsgeschäft

Foto: www.AlexanderPohl.photography / / imago images/aal.photo

Die 2G-Regelungen verderben aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland (HDE) dem Einzelhandel das wichtige Weihnachtsgeschäft. Bei Geschäften mit Artikeln des nicht-täglichen Bedarfs seien Umsatzeinbrüche zu beklagen, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Sonntag. Laut einer aktuellen Umfrage des HDE unter 1100 Händlern blickten mehr als 70 Prozent der Unternehmen negativ auf die restlichen Tage des Jahres. Viele hätten das Weihnachtsgeschäft bereits abgeschrieben.

"Was eigentlich der positive Höhepunkt des Jahres sein sollte, ist jetzt oft ein Loch ohne Boden", sagte Genth. Händler mit 2G-Zugangsbeschränkungen hätten in der abgelaufenen Woche knapp ein Drittel weniger Umsatz gemacht als vor der Krise. Gut laufe es nur im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Onlinebereich. In der Umfrage erklärten laut HDE 38 Prozent der Händler, länger andauernde 2G-Restriktionen würden ihr Geschäft in Gefahr bringen.

Verband gegen 2G beim Einkaufen

Bund und Länder hatten sich im Kampf gegen die Pandemie darauf verständigt, im Einzelhandel bundesweit die 2G-Regelung einzuführen. Demnach dürfen nur noch Geimpfte und Genesene einkaufen gehen. Ausgenommen sind lediglich Läden des täglichen Bedarfs, also etwa Supermärkte, Apotheken und Drogerien.

In Ländern, in denen die Regeln bereits in Kraft getreten sind, zogen die Händler eine verheerende Bilanz des Adventswochenendes. "Ein Weihnachtsgeschäft, wie wir es gewohnt sind, findet in diesem Jahr praktisch nicht statt", teilte der Handelsverband Baden-Württemberg mit. "Viele Geschäfte haben 40 bis 60 Prozent weniger Kunden", hieß es vom Handelsverband Bayern."Das Weihnachtsgeschäft dümpelt saft- und kraftlos vor sich hin."

Aus Sicht der Händler verzichten viele Kundinnen und Kunden wegen der 2G-Regelung auf den vorweihnachtlichen Einkaufsbummel. Zudem erfordere die Kontrolle der Regelungen viel Personal. Der Verband fordert daher Konsequenzen. Der Einkauf mit Maske, Abstand und Hygienekonzept sei eine sichere Angelegenheit, sagte Hauptgeschäftsführer Genth. "2G beim Einkaufen bringt uns im Kampf gegen die Pandemie nicht weiter."

Der Verband hatte sich schon unmittelbar nach Bekanntgabe der neuen Regelung in der vergangenen Woche skeptisch gezeigt. Damals hatte Genth erklärt, Bund und Länder versuchten, "auf dem Rücken des Handels die Versäumnisse in der staatlichen Impfkampagne zu kaschieren." Den betroffenen Händlern drohten nun massive Umsatzrückgänge.

dpa/oho