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Wärmewende in Mittenaar Energetisch optimiert in die Zukunft

Die Furnier- und Holzwerk Mittenaar GmbH produziert seit über 50 Jahren Buchen-Schälfurniere. Die Nachfrage ist größer denn je. Eine gute Zeit für das Unternehmen, in Energieeffizienz zu investieren.
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KfW
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Die neue Anlage spart jährlich 200 t CO₂

Die neue Anlage spart jährlich 200 t CO₂

Foto: KfW/Thomas Meyer OSTKREUZ

Im Holzgeschäft hat Hartmut Dietermann schon viele bewegte Zeiten erlebt. „Doch solche wie jetzt, die gab es noch nie“, staunt der Geschäftsführer der Furnier- und Holzwerk Mittenaar GmbH. Während er über die ungebremste Nachfrage nach Buchenholz-Schälfurnieren und Brennholz spricht, rotiert im Hintergrund unablässig die riesige Schälmaschine. Schicht um Schicht schneidet sie schier endlos Furnierbahnen aus den Buchenholzstämmen. Nur wenige Schritte entfernt durchlaufen die Furnierbahnen eine lang gestreckte Trocknerlinie, in der sie wie in einem überdimensionierten Bügeleisen getrocknet und geplättet werden. Am Ende der rund 70 Meter langen Fertigungshalle werden die getrockneten Furniere nach Kundenwünschen optimal zugeschnitten.

Nachhaltigkeit auf der Agenda

Nachhaltigkeit auf der Agenda

Foto: KfW/Thomas Meyer OSTKREUZ

Dabei sind sie in Mittenaar den wechselhaften Lauf der Zeiten durchaus gewohnt. Vor über 50 Jahren begann am Standort die Produktion von Furnierholz. 2014 rutschte der Betrieb unerwartet in die Insolvenz. Da war Hartmut Dietermann, zuvor lange Zeit Betriebsleiter, schon nicht mehr an Bord. Er kehrte zurück und erlebte einen bemerkenswerten Umschwung, als 2018 die Weimer-Gruppe aus Lahnau in Kooperation mit der Kreiling Beteiligungs GmbH aus Gießen das Furnierwerk übernahm. Seitdem stehen in Mittenaar die Zeichen auf Modernisierung und Wachstum.

Das Furnierholz aus Mittenaar kommt als Isolationswerkstoff in der Industrie zum Einsatz. „Das Holz der Rotbuche leitet nicht, es verfügt über die besten elektrischen Eigenschaften für den Einsatz in Transformatoren“, weiß Dietermann. Aus dem Restholz der Furnierproduktion wird Brennholz gewonnen – auch hier ist die Nachfrage geradezu explodiert. Da kommen die neuen Eigentümer gerade recht. „Die Weimer-Gruppe investiert seit der Übernahme massiv in den Umbau des Unternehmens“, freut sich Dietermann. Mit einem umfangreichen Maßnahmenplan soll das Werk moderner, nachhaltiger und energetisch optimiert umgestaltet werden. Dafür wich das Kesselhaus aus den 1960er-Jahren einem modernen Biomasseheizwerk für die Wärmeversorgung im Unternehmen. „Das ist ohne Zweifel eine Schlüsselinvestition“, bekräftigt Geschäftsführer Dietermann.

Für Martin Bettner, bei der Weimer-Gruppe verantwortlicher Leiter für Energie-Projekte, eröffnet die 6, 7 Millionen Euro teure Investition eine neue Dimension der Energieeffizienz und der Schadstoffreduzierung im Furnierwerk: „Wir können mit einem Wirkungsgrad von 90 Prozent und einer Nennwärmeleistung von 8 Megawatt acht MW nun Wärme für verschiedene Prozesse bei der Furnierfertigung bereitstellen.“ Möglich wird der hohe Effizienzgrad u. a. durch den Einbau eines zweiten Abgas-Wärmetauschers, der die Temperaturen aus dem Verbrennungsprozess noch einmal auf knapp unter 100 Grad Celsius herunterkühlt.

So können unterschiedliche Temperaturgrade in der Wärmeversorgung für die Dämpfgruben, die Trocknung der Furniere, des Brennholzes und für die Hallenheizung eingesetzt werden. „Wir senken mit der Biomasseanlage unseren CO₂-Ausstoß um 200 Tonnen pro Jahr“, beziffert Bettner den Beitrag der Investition für den Klimaschutz. Befeuert wird die Anlage mit Altholz und Restholz aus der Produktion. Bei der Verarbeitung von jährlich rund 18.000 Festmetern Schälholz und 10.000 Festmetern Brennholz fällt naturgemäß ausreichend Biobrennstoff an.

Hier brennen Alt- und Restholz aus der Produktion

Hier brennen Alt- und Restholz aus der Produktion

Foto: KfW/Thomas Meyer OSTKREUZ

Für die Großinvestition hat das mittelständische Unternehmen die „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ in Anspruch genommen. Unternehmen erhalten einen Kredit von bis zu 25 Millionen Euro für Maßnahmen und Technologien, die hocheffizient Strom, Wärme und Ressourcen einsparen. Dazu zählen etwa Querschnittstechnologien, die Erzeugung von Prozesswärme aus erneuerbaren Energien, der Einsatz von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik oder die energetische Optimierung vorhandener Anlagen und Prozesse.

Den besonderen Anreiz für Unternehmen stellen die hohen Tilgungszuschüsse dar. Für eine Biomasseanlage wie im Fall des Furnierwerks sind dies bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Einen Bonus von 10 Prozentpunkten für kleine und mittelständische Unternehmen gibt es noch obendrauf. „Der Tilgungszuschuss von 55 Prozent für unsere Biomasseanlage war natürlich ein entscheidender Faktor, um eine Investition in dieser Größenordnung in Angriff nehmen zu können. Es war für uns das genau passende Angebot“, so Hartmut Dietermann. Schließlich bekamen die Hessen mehr als 3 Millionen Euro ihrer gesamten Investitionssumme als Tilgungszuschuss mit der Kreditschuld verrechnet. Eine wichtige Finanzierungshilfe, um auch die weiteren Modernisierungspläne im Unternehmen vorantreiben zu können.

Möchten Sie mehr über die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft erfahren? Hier geht es zum Überblick.

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