Allianz für Landstrom Europas Großhäfen wollen Containerschiffe ans Kabel legen

Containerriesen verbrauchen am Kai viel Diesel, um die Stromversorgung sicherzustellen. Das belastet Klima und Luft erheblich. Mehrere Häfen wollen die Schiffe künftig mit Landstrom versorgen. Die hohen Kosten sind nur eine Hürde dabei.
Hafen Hamburg: Während des Be- und Entladens laufen die Dieselgeneratoren der Containerschiffe weiter, um Strom zu erzeugen. Auch Passagierschiffe pusten so während ihres Aufenthaltes an der Kaimauer viel Dreck in die Luft.

Hafen Hamburg: Während des Be- und Entladens laufen die Dieselgeneratoren der Containerschiffe weiter, um Strom zu erzeugen. Auch Passagierschiffe pusten so während ihres Aufenthaltes an der Kaimauer viel Dreck in die Luft.

Foto: Daniel Bockwoldt/ picture alliance / dpa

Die wichtigsten Seehäfen im nördlichen Europa wollen gemeinsam die Versorgung großer Containerschiffe mit Landstrom vorantreiben und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Konkret wollen sie bis etwa 2028 erreichen, dass Containerschiffe mit einer Kapazität über 14.000 Standardcontainer (TEU) an der Kaikante nicht mehr bordeigene Schiffsgeneratoren für die Stromversorgung laufen lassen müssen. Das sieht eine Absichtserklärung der so genannten Northern-Range-Häfen vor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Zu den Unterzeichnern zählen die drei größten europäischen Seehäfen Rotterdam, Antwerpen und Hamburg sowie Bremerhaven und der französische Hafenbetreiber Haropa mit seinem Seehafen Le Havre in der Normandie.

Strombedarf einer Kleinstadt

Bislang lassen viele Seeschiffe im Hafen ihre Motoren weiter laufen, um sich mit Strom zu versorgen. Bei großen Container- und Kreuzfahrtschiffen werden nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums Leistungen in der Größenordnung zwischen 4 und 16 Megawatt abgerufen, was etwa dem Strombedarf kleinerer Städte entspreche.

"Der Schiffsbetrieb mit Landstrom schont das Klima und verbessert die Luftqualität in und um die Häfen", so die Einschätzung der Bundesregierung. Allerdings gibt es noch zu wenige solcher Landstromanlagen und entsprechend wenig umgerüstete Schiffe. Außerdem ist der benötigte Strom teurer als das Verfeuern des Schiffsdiesels zur Stromerzeugung. Der Wettbewerb der Häfen untereinander wird oft als Grund genannt, warum die einzelnen Hafenbetreiber den Reedereien keine Zusatzkosten zumuten wollen. Der Zusammenschluss der Nord Range lässt jedoch kaum noch Billigkonkurrenz zu.

rei/DPA