US-Kryptobörse 4900 Prozent mehr Gewinn - Kryptohype pusht Coinbase

Das ist derzeit nur im Kryptomarkt möglich: Der Gewinn der US-Handelsplattform Coinbase ist im Jahresvergleich um 4900 Prozent gestiegen. Anleger beeindruckte das allerdings kaum.
Höhepunkt des Krypto-Hypes: Zum Börsengang von Coinbase im April (im Bild) kletterte der Bitcoin auf sein Rekordhoch von 65.000 US-Dollar. Seitdem ist der Kurs deutlich gesunken, und auch der Aktienkurs von Coinbase hat um rund 30 Prozent nachgegeben

Höhepunkt des Krypto-Hypes: Zum Börsengang von Coinbase im April (im Bild) kletterte der Bitcoin auf sein Rekordhoch von 65.000 US-Dollar. Seitdem ist der Kurs deutlich gesunken, und auch der Aktienkurs von Coinbase hat um rund 30 Prozent nachgegeben

Foto: Richard Drew / AP

Coinbase , die größte US-Handelsplattform für Cyberdevisen wie Bitcoin, hat im zweiten Quartal trotz des vorerst jähen Endes der Rekordjagd am Kryptomarkt prächtig verdient. In den drei Monaten bis Ende Juni schoss der Gewinn im Jahresvergleich um rund 4900 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) in die Höhe. Das teilte Coinbase am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Die Erlöse wuchsen um über 1000 Prozent auf zwei Milliarden Dollar.

Finanzexperte Jeremy Owens von Market Watch weist via Twitter allerdings darauf hin, dass die Plattform bei ihrem Börsengang einen Steuervorteil von fast 750 Millionen Dollar erhalten hatte. Das ist nahezu die Hälfte des Quartalsgewinns und relativiert diesen somit erheblich.

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Coinbase verdient an Transaktionsgebühren - und der Handel am Kryptomarkt legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum enorm zu: Das Volumen lag im zweiten Quartal bei 462 Milliarden Dollar, 1500 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. So profitierte der Konzern vor allem von den Preisturbulenzen: Während Bitcoin und anderen Digitalwährungen wie Ethereum im Vorquartal noch Höchststände erreicht hatten, brachen die Kurse im Zeitraum bis Ende Juni massiv ein. Das Geschäft ist somit stark abhängig vom anhaltenden Krypto-Rummel. Zuletzt ging es bei den Preisen von Bitcoin und Co. zwar schon wieder deutlich nach oben, dennoch erwartet das Unternehmen ein geringeres Wachstum.

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Die starken Zahlen für das vergangene Quartal lösten deshalb zunächst keine großen Kurssprünge an der Wall Street aus, die Aktien von Coinbase legten nachbörslich nur leicht zu. Seit dem fulminanten Börsengang der Krypto-Börse im April hat das 2012 gegründete Unternehmen bei Anlegern ohnehin einen schweren Stand. Der Aktienkurs ist seit der Premiere an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq um fast 30 Prozent gesunken, am Dienstag schloss er bei knapp 270 Dollar. Trotz des Kursrückgangs kommt das Unternehmen mit umgerechnet rund 47 Milliarden Euro auf eine höhere Marktkapitalisierung als viele arrivierte Börsenbetreiber wie zum Beispiel die Deutsche Börse.

Die Zahl der monatlichen Nutzer, die eine Transaktion vornehmen (MTU), ist nach Angaben des Unternehmens um 44 Prozent auf 8,8 Millionen gestiegen. Inzwischen nutzen mehr als 9000 Finanzinstitutionen die Dienste von Coinbase, hieß es weiter.

mg/dpa-afx, Reuters
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