Regulierung Chinas Behörden zeigen elf Start-ups die gelbe Karte

Erneut zeigen Chinas Behörden mehreren Tech-Unternehmen des Landes, wo es lang geht. IT-Konzerne des Landes reagieren bereits auf die Maßnahmen Pekings - indem sie Milliarden für das Gemeinwohl spenden.
Im Visier Pekings: Der Warnruf der Behörden galt auch Didi-Präsidentin Jean Liu

Im Visier Pekings: Der Warnruf der Behörden galt auch Didi-Präsidentin Jean Liu

Foto: AFP

Die chinesischen Behörden haben den Fahrdienstvermittler Didi und zehn weitere Startups des Sektors zur Ordnung hinsichtlich ihrer Handelspraktiken gerufen. Wie das Verkehrsministerium in Peking am Donnerstag mitteilte, wurden die Firmen aufgerufen, "mehr für eine gesunde Konkurrenz" untereinander zu tun. Sie müssten zudem die "Marktregeln respektieren" und eine ungeordnete Expansion vermeiden.

Neben Didi, dem "chinesischen Uber", gerieten auch Apps wie Meituan und das vom Alibaba-Konzern betriebene Angebot Amap ins Visier der Behörden. Das Kapital dürfe nicht zu einer "zerstörerischen Konkurrenz" führen, führte das Ministerium aus und bezog sich damit auf den mitunter erbitterten Preiskampf, den die Anbieter von Fahrdiensten und anderen Leistungen untereinander führen. Die Firmen hätten nun "bis zum Ende des Jahres" Zeit, sich an die Regeln zu halten.

Derzeit gehen die staatlichen Regulierungsbehörden in China vehement vor allem gegen Technologiefirmen des Landes vor und versuchen, deren Marktmacht zu begrenzen. Didi fiel bereits wegen seines Börsengangs in New York im eigenen Land in Ungnade und sah sich mit Vorwürfen des Verstoßes gegen Datenschutzvorschriften konfrontiert.

China hatte lange Zeit die Expansion seiner Internetkonzerne ins Ausland forciert. Zahlreiche chinesische Unternehmen gingen in den USA an die Börse. Angesichts der wachsenden Spannungen in den Beziehungen zu Washington fürchtet die Regierung in Peking aber, dass die Tech-Konzerne Daten ins Ausland transferieren.

In den Kontext passt zudem ein Milliardeninvestment, das der Online-Riese Alibaba angekündigt hat. Der chinesische Technologiekonzern will 15,5 Milliarden Dollar in die vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping ausgerufene Initiative "Gemeinsamer Wohlstand" investieren. Das Geld soll unter anderem in die Unterstützung von kleineren und mittleren Firmen sowie in einen besseren Versicherungsschutz für Kuriere fließen, kündigte das Unternehmen an. Alibaba schließt sich damit anderen Großkonzernen wie Tencent und Geely Automotive an, die ebenfalls spenden wollen, um das Ungleichgewicht in der Gesellschaft zu bekämpfen. Alibaba steht ebenfalls im Moment im Mittelpunkt des neuen Durchgreifens der chinesischen Regierung mit einer schärferen Aufsicht und neuen Regeln. Jüngst wurde gegen den Konzern eine Kartellstrafe in Höhe von 2,75 Milliarden Dollar verhängt.

cr/AFP, Reuters
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