Zahlungsdienst Fintech Checkout steigt zum wertvollsten Einhorn Europas auf

Nach einer Kapitalerhöhung ist die Bewertung des Fintechs Checkout.com auf rund 15 Milliarden Dollar gestiegen. Das von dem Schweizer Milliardär Guillaume Pousaz gegründete Unternehmen hat damit Global Switch überholt.
Wachstumsmarkt: Checkout.com steht hinter vielen Zahlungsdiensten im Onlinehandel (Symbolbild)

Wachstumsmarkt: Checkout.com steht hinter vielen Zahlungsdiensten im Onlinehandel (Symbolbild)

Foto: AndreyPopov / imago images/Panthermedia

Zuletzt war es der Firmengründer Guillaume Pousaz (39), der mit massiven Vermögenszuwächsen von sich reden machte. Der Schweizer, der 80 Prozent an dem Zahlungsdienstleister Checkout.com hält, hat seine Position in der Reichstenliste des Schweizer Wirtschaftsmagazins "Bilanz" Ende vergangenen Jahres ausgebaut. Sein Vermögen ist demnach um 750 Millionen Franken auf bis zu 4,5 Milliarden Franken gestiegen.

Jetzt hat sein Unternehmen nachgezogen. Das Fintech hat seine Bewertung auf 15 Milliarden Dollar verdreifacht – nach einer Kapitalerhöhung von 450 Millionen Dollar unter der Führung von Tiger Global Management. Auch andere bestehende Investoren wie Greenoaks Capital haben sich daran beteiligt.

Nach Daten der Marktforscher von CB Insights  ist Checkout.com damit das wertvollste Einhorn in Europa, wie Start-ups mit einer Marktbewertung ab einer Milliarde Dollar genannt werden. Das Unternehmen hat damit Global Switch überholt, einen Betreiber großflächiger Rechenzentren.

Kunden sind Pizza Hut, H&M und Farfetch

Checkout.com wickelt Zahlungen für Onlinehändler ab. Damit bedient das Unternehmen einen enormen Markt, der weiterhin wächst. Zu den Hauptkonkurrenten der Firma, die ihren Sitz in London hat und 2012 an den Start ging, gehören Adyen und Stripe.

In den vergangenen Monaten hat Checkout.com eigenen Angaben zufolge mehr als 500 neue Unternehmenskunden gewonnen, darunter Pizza Hut, H&M und Farfetch. Etwa die Hälfte seines Geschäfts macht das Unternehmen in Europa, vor allem in Großbritannien und Frankreich. Weltweit beschäftigt Checkout.com etwa 1000 Mitarbeiter und will 700 weitere einstellen. Die Firma will künftig vor allem in den USA wachsen und dort neue Standorte eröffnen.

Im Gegensatz zu dem Konkurrenten Adyen, der 2018 an die Börse ging, hat Checkout.com solche Pläne bisher nicht. Es gebe keinen Druck von Investoren und das Unternehmen selbst habe das auch nicht vor, sagte CEO Pousaz der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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