Canadian Pacific kauft Kansas City Southern 29-Milliarden-Deal für US-Güterbahn

In Nordamerika entsteht ein neuer Eisenbahnriese. Die Canadian Pacific will mit der Übernahme von Kansas City Southern das erste Bahnnetz von Kanada bis Mexiko schaffen - vorausgesetzt, die US-Behörden billigen den Megadeal.
Kontinentalmacht: Güterzug der Canadian Pacific in den Rocky Mountains der kanadischen Provinz Alberta

Kontinentalmacht: Güterzug der Canadian Pacific in den Rocky Mountains der kanadischen Provinz Alberta

Foto: AP/dpa

Die Canadian Pacific Railway hat eine Übernahme der Kansas City Southern vereinbart. Mit 25 Milliarden Dollar in Aktien und bar entstehe das erste Bahnnetz, das die Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada aus einer Hand verbindet, teilte das Unternehmen am Sonntag mit.

Aktionäre von Kansas City Southern sollen für jede Aktie einen Anteil von 48,9 Prozent einer Canadian-Pacific-Aktie und 90 Dollar in bar erhalten, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung beider Unternehmen.

Der Deal bewertet Kansas City Southern demnach mit 275 Dollar je Aktie, ein Aufschlag von 23 Prozent auf den Schlusskurs der Börse vom Freitag mit 224,16 Dollar. Der Firmenwert inklusive Schulden beläuft sich auf 29 Milliarden Dollar. Nach dem Deal werden die Aktionäre von Kansas City Southern ein Viertel der Anteile von Canadian Pacific halten.

"Diese Transaktion wird Nordamerika umwälzen, erhebliche positive Wirkung für unsere Angestellten, Kunden, Gemeinden und Aktionäre bringen", ließt sich Canadian-Pacific-Chef Keith Creel (53) zitieren. "Dies wird die erste US-mexikanisch-kanadische Eisenbahn erschaffen." Creel soll als CEO des kombinierten Unternehmens mit Zentrale im kanadischen Calgary weiter amtieren.

Aussicht auf Aufschwung im Nordamerikahandel

Der Deal steht vor dem Hintergrund eines erwarteten Aufschwungs im Handel zwischen den nordamerikanischen Nachbarstaaten, nachdem Joe Biden (78) Donald Trump (74) als US-Präsident abgelöst hat.

Der Aufsichtsrat von Kansas City Southern hat dem Gebot zugestimmt. Die beiden Unternehmen haben die Genehmigung des Zusammenschlusses bei der US-Behörde Surface Transportation Board beantragt.

Um die Übernahme zu finanzieren, plant Canadian Pacific eine Kapitalerhöhung mit 44,5 Millionen neuen Aktien und die Aufnahme von 8,6 Milliarden Dollar Schulden. Die "Financial Times" hatte am Sonntag zuerst über den Deal berichtet.

Schon mehrere Versuche zur US-Expansion gescheitert

Canadian Pacific mit Sitz in Calgary ist mit einem Börsenwert von 50,6 Milliarden Dollar die zweitgrößte Bahngesellschaft in Kanada, hinter der Canadian National Railway (CN) aus Montréal. Sie betreibt ein Transportnetz quer durch Kanada und die Vereinigten Staaten. Der wichtigste Ertragsbringer ist der Getreidetransport mit 58 Prozent des Schüttgutumsatzes und 24 Prozent des gesamten Güterumsatzes im Jahr 2020.

Kansas City Southern konzentriert sich auf den Nord-Süd-Frachtkorridor, der Industrie- und Handelszentren in der Mitte der Vereinigten Staaten mit Industriestädten in Mexiko verbindet.

Vorstöße kandischer Bahngesellschaften, US-Wettbewerber zu übernehmen, stießen bislang auf Widerstand der Kartellbehörden. Canadian Pacific hatte seinen jüngsten Versuch, das US-Geschäft auszubauen, im April 2016 aufgegeben, als eine feindliche Übernahme der Norfolk Southern für 28,4 Milliarden Dollar scheiterte. Fusionsgespräche mit CSX, einem Betreiber eines großen Bahnnetzes in den östlichen USA, platzten 2014.

Ein Gebot von Canadian National für die Güterbahn Burlington Northern Santa Fe, die der Holding von Multimilliardär Warren Buffett (90) gehört, wurde 1999/2000 von den Kartellbehörden der USA blockiert.

ak/Reuters