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Nach dem Rückzug von CEO Alain Caparros Das Endspiel um C&A

Die Sanierung des einstigen Vorzeigehändlers ist gescheitert. Viele Familienmitglieder verlieren den Glauben. Und nun kommt ihnen auch noch ihr Hoffnungsträger abhanden.
aus manager magazin 4/2019

Ansgar John Brenninkmeijer hat einen vortrefflichen Ort gewählt, um zu erklären, warum das Imperium seiner Familie aus den Fugen geraten ist. Es ist Ende Februar, die Sonne ist bereits untergegangen, als der Spross einer der reichsten Dynastien Europas noch eine Botschaft loswerden will. In Osnabrück.

Gut 20 Kilometer westlich der alten Hansestadt, im beschaulichen Mettingen, fing alles an. Von hier aus zogen die Brenninkmeijers als fliegende Händler durch die Lande, bevor die Brüder Clemens und August 1841 im niederländischen Sneek einen Laden eröffneten, den sie nach ihren Initialen C&A nannten. Es war der Beginn von etwas ganz Großem.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte der Konzern über Jahrzehnte den europäischen Modehandel, die fleißigen Deutschen drangen vor bis nach Brasilien, Mexiko, China. Mit den sprudelnden Gewinnen aus der billigen, aber für die ganze Familie kleidsamen Mode kauften die Brenninkmeijers Immobilien in den besten Lagen und investierten Milliarden ins familieneigene Beteiligungsgeschäft. Lange Zeit schien die Sippe unaufhaltsam, ein in sich gekehrter, erzkatholischer, fast sektenhafter Clan.

Dann kamen Zara und Zalando, und das ökonomische Herz der Brenninkmeijers geriet aus dem Takt – und zwar so sehr, dass sie im August 2017 nicht nur erstmals einen Familienfremden an die Spitze des Kerngeschäfts setzten, sondern es musste, bei der Größe der Aufgabe, auch gleich ein Haudrauf sein: Alain Caparros. Ende März allerdings quittierte der Ex-Rewe-Chef schon wieder seinen Dienst - und hinterlässt einen Traditionshändler, dessen Zukunft ungewisser ist denn je.

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